Quadratisch, praktisch, gut? JBL GO Bluetooth® Speaker im Test

Vor einiger Zeit hatte ich ihn bei Facebook ja schon angetriggert – nun habe ich ihn auch endlich im Test: Den kleinen JBL Go Bluetooth® Lautsprecher von Harman International Industries.
Wer ein sich bisschen auf dem Markt der Audiobeschallung auskennt, dem ist JBL, neben weiteren großen Marken wie Bose, Canton & Co. natürlich ein Begriff. JBL gehört wie AKG, B&O, B&W, Infinity und harman/kardon zur US-amerikanischen Harman Gruppe. Nun gibt es seit ein paar Monaten eben diesen kleinen und trotzdem sehr ikonisch wirkenden Bluetooth® Speaker mit 3 Watt und man stellt sich die Frage: Kann JBL auch in dieser Größe überzeugen, oder handelt es sich hierbei nur um einen stylischen, aber peinlichen Auftritt? Ich habe den JBL Go jetzt seit ein paar Tagen am Start und genau hingehört…

Verpackung / Lieferumfang

Geliefert wird der kleine JBL Go in einer Klarsicht-Kunststoff-Verpackung, deren unterer Teil schwarz abgesetzt ist und sowohl das orange Markenlogo als auch den Modellnamen “GO” zur Schau stellt. Die oberen zwei drittel der Verpackung sind durchsichtig und geben einen schönen Blick auf den Lautsprecher.

JBL GO (a)

Öffnet man die Umverpackung, stellt man fest, dass der Go in einer Art Kunststoff-Schuber liegt, mit dessen Hilfe man den Kleinen, sowie die schwarze Zubehör-Kiste, problemlos aus der Umverpackung ziehen kann.

JBL GO (c)

In der Kiste findet man allerdings nicht wirklich viel. Ein mit knapp 30cm recht kurzes, dafür in JBL-Orange gehaltenes, Micro-USB-Kabel, eine kleine Bedienungsanleitung, Garantiebedingungen und Sicherheitsbestimmungen – das war´s. Kein Audio-Kabel, kein Transportbeutel oder sonstwas… Jetzt sehe ich das bei Aukey als “Geschenk” deklarierte Audio-Kabel mit etwas anderen Augen 😉

JBL GO (q)

Erster Eindruck, Material, Verarbeitung & Gewicht

Was beim JBL Go als erstes ins Auge sticht, ist das vergleichsweise riesige, weiße Hersteller-Logo auf dem Lautsprecher-Gitter und auf der Rückseite des Speakers. Keine Ahnung warum, aber dadurch wirkt der Go irgendwie direkt nicht mehr wie ein Stück Audio-Spielzeug, sondern fast schon professionell. Ein kleineres Logo hätte es sicher auch getan, aber so weiß eben jeder auch aus Entfernung, wer da für den Sound verantwortlich ist.

JBL GO (m)

Die Verarbeitung des Go ist tadellos. Das rechteckige Gehäuse ist rundum durch eine matte Silikonschicht geschützt, die sich sehr gut anfasst und kaum Probleme mit Staub oder Fingerabdrücken hat.

Auf der Rückseite des Speakers prangt das selbe Logo, wie auf der Vorderseite – ansonsten ist hier nichts weiter zu sehen.

JBL GO (o)

Die Unterseite des Go ist mit allerhand Schrift, Zeichen, Logos und Prüfsiegeln bedruckt. Auf einem einfacher Aufkleber ist die Seriennummer des Lautsprechers vermerkt. In den vier Ecken der Unterseite befinden sich die fast mikroskopisch kleinen Standfüße, mit deren Hilfe der Go nen halben Millimeter über der Tischplatte “schwebt” – dafür muss selbige aber Topf-eben sein.

JBL GO (h)

Neben der hier getesteten schwarzen Variante gibt es noch 7 weitere, meist fröhliche und poppige Farben. Dabei ist dann aber auch das gesamte Gerät nebst Lautsprechergitter eingefärbt und nicht nur das Gehäuse, was ich persönlich besser gefunden hätte. Aber das ist Geschmackssache, nicht wahr? 😉 Ich hab das mal zusammengebastelt – vielleicht sieht das ja jemand, der sowas entscheiden kann… 😉

Go_Vergleich_Idee

Mit einem Gewicht von gerade einmal 130 Gramm und Maßen von ca. 6,8 x 8,2 x 3 cm ist er erfreulich leicht und kompakt. Durch die auf der linken Gehäuseseite eingelassene Befestigungsmöglichkeit für eine (separat zu erwerbende) Trageschlaufe, kann man den Go z.B. am Rucksack befestigen oder ihn – wenn man das mag – auch um den Hals tragen. Die Zeiten von Ghettoblastern auf der Schulter scheinen damit vorbei zu sein…

JBL GO (j)

Funktionen und Bedienung

Auf der Oberseite des Gehäuses befinden sich fünf, in die Silikonhülle eingelassene Bedientasten. Power, Bluetooth®, Lautstärke runter & hoch, sowie eine Telefon-Taste. Die Lautstärketasten sind durch ihre erhabene Auslegung auch im Dunkeln gut spür- und unterscheidbar. Alle anderen Tasten sind ins Silikon eingeprägt – ihre Position sollte man sich aber durchaus merken können. Zum Drücken der Tasten muss man schon ein wenig hinlangen – dann lösen sie aber auch mit einem sauberen Druckpunkt nebst Klick aus. Versehentliche Betätigung ist somit ausgeschlossen.

JBL GO (f)

Eine Musiksteuerung ist nicht vorhanden – jedenfalls nicht auf den ersten Blick und dann auch nicht vollständig. Play/Pause kann nämlich über die Telefon-Taste ganz rechts erfolgen – Vor- und zurück müsst Ihr am Abspielgerät erledigen.

Erstes Einschalten und Koppeln

Eingeschaltet wird der Go ganz unspektakulär über einen kurzen Druck auf die Power-Taste. Das Gerät meldet sich mit einem kurzen “Piep” und die blau blinkende Status LED signalisiert die Suche nach einem Bluetooth® Kopplungspartner. Im Bluetooth® Menü Eures Abspielgeräts findet Ihr den Lautsprecher dann auch unter seinem Namen “JBL GO”. Sobald Ihr die beiden Geräte miteinander verbunden habt, wechselt die LED vom blauen Blinken in dauerhaft blaues Leuchten und der Speaker bestätigt dies mit einer kleinen Tonfolge.

Anschlüsse

Davon gibt’s genau zwei – den 3,5mm Klinkeneingang für Geräte ohne Bluetooth® und den Micro-USB-Ladeanschluss. Beide findet Ihr zusammen mit dem Mikrofon auf der rechten Seite des Gehäuses.

JBL GO (g)

Klang und Lautstärke

Kommen wir zum wichtigsten – den Audio-Fähigkeiten des kleinen Go. Der 4cm durchmessende JBL Mehrbereichs-Treiber leistet mit klaren Höhen ohne überspitzt zu wirken und gut ausgewogenen Mitten, eigentlich hervorragende Arbeit. Anders als bei vielen anderen geschlossenen Mini-Systemen ohne Passivmembran macht es Spaß ihm zuzuhören. Allerdings merkt man, dass der Go nicht auf Bass ausgelegt ist. Der Dynamikumfang endet am unteren Ende bei 180Hz – viel tiefer spielt er auch nicht. Durch das Fehlen jeglicher baulicher Bass-Verbesserung (Passivmembran, Bass-Port) und den horizontal eingebauten Soundtreiber, der keinen Körperschall auf die Standoberfläche überträgt, muss man mit dem leben, was die Membran leistet. Was jetzt nicht bedeutet, dass der Go für seine Größe nicht erstaunlich groß wirkt!

Auch die produzierte Lautstärke ist beachtlich. Bedeutender noch ist der Fakt, dass er selbst bis zur Maximallautstärke nahezu verzerrungsfrei und angenehm aufspielt. Das habe ich schon wesentlich schlechter gehört.

Allerdings scheint der Go bestimmte Level auch zurück zu regeln um dieses Ergebnis zu erreichen. Das ist meist nicht wirklich hörbar, aber manchmal fühlt es sich nach eingreifendem ESP an. Der Go wird minimal leiser und versucht dann wieder auf ein “normales” Level zu kommen. Über einen längeren Zeitraum (ganzes Album) fällt das dann schon auf.
Auch die, vermutlich dem Bluetooth® 4.1 Chip geschuldeten, “Aussetzer” zwischen den einzelnen Tracks sind nicht wirklich optimal gelöst. Hier scheint der Stromsparmodus etwas zu streng eingestellt zu sein. Gerade beim Streamen dauert es ja mal eine Sekunde länger bis der nächste Track beginnt. Hier fällt der Go dann kurzzeitig in eine Art Stromsparbetrieb und muss bei erneutem Signaleingang erst einmal “aufwachen”. Führt dazu, dass Ihr die ersten (Milli-) Sekunde des Tracks nicht hört. Saubere Übergänge hören sich anders an.

Freisprechanlage

Auch mit an Bord – wer hätte anderes erwartet 😉 Aber die JBL GO Freisprechanlage ist sogar echt brauchbar! Durch den ausgewogenen Klang des Speakers kommen Stimmen besonders gut zur Geltung. Kein Dröhnen durch zu tiefe Frequenzen und kein Kreischen im Treble-Bereich. Die Verständigung auf der Gegenseite war trotz des seitlich angebrachten Mikrofons vorbildlich. Echos waren keine zu vernehmen und die Lautstärke war ebenfalls okay. Bei einem eingehendem Anruf wird die laufende Musikwiedergabe unterbrochen und die Status LED signalisiert Euch den Anruf durch schnelles blaues Blinken. Schade: nach Beendigung des Anrufs startet die Musikwiedergabe nicht automatisch.

Akkulaufzeit

Hier kommen wir zu einer der weiteren kleinen Schwächen des Go – der fest verbaute 600mAh Li-Ion Akku ist recht knapp bemessen. Zwar werden Laufzeiten von bis zu 5 Stunden angegeben, aber schon ab Zimmerlautstärke werden diese nicht mehr erreicht. Treibt man es noch etwas bunter und lässt den Go auf Maximallautstärke laufen (z.B. draußen im Park) ist nach höchstens 2 Stunden finito. Das ist echt ein wenig Schade – 20 Gramm und 5 Euro mehr für einen größeren Akku wären hier ein guter Weg gewesen.
Positiv ist allerdings, dass Ihr den Go natürlich an jedem Akkupack betreiben könnt und das Abspielen und Aufladen simultan funktioniert. Durch Einsatz eines kleinen 10000mAh Packs hat sich das Problem der Laufzeit dann auch erledigt.
Sobald der Akkustand des Go zur Neige geht, signalisiert die Status LED dies durch rotes Blinken. Während des Ladevorgangs, der zwischen 1 und 2 Stunden dauert, leuchtet die LED dauerhaft rot und signalisiert durch ihr Erlöschen das Ende der Ladung.

“Outdoor” Features

Wo wir gerade schon im Park sind – erwartet bitte keine Wunderdinge von dem kleinen. 3 Watt sind 3 Watt und werden auch nicht mehr, weil JBL drauf steht. Zur Beschallung der Picknickdecke und angrenzendender Mit-Picknicker wird es reichen, aber ein Open-Air-Konzert werdet Ihr mit dem Go nicht veranstalten.
Auch bei eventuellen Wetterkapriolen solltet Ihr vorsichtig sein. Der Go scheint durch seine Silikonhülle und das nahezu geschlossene Design zwar recht unempfindlich, was Feuchtigkeit angeht, mehr als Nieselregen würde ich ihm aber nicht zumuten. Eine IP-Zertifizierung besitzt er nicht, was auch beim Einsatz am Strand zu etwas erhöhter Sorgfalt anhalten sollte.

Fazit & Wertung

Für 30 Euro erhält man mit dem JBL Go ein durchaus feines Stück portable Audiotechnik. Das klare Erscheinungsbild, das geringe Gewicht und der für diese Größe gut ausbalancierte Klang, verbunden mit der exzellenten Haptik sorgen für eine ziemlich gute Wertung von 85%.
Die “verlorenen” Punkte gehen auf das Konto der etwas zu geringen Akkulaufzeit, dem fehlenden Tiefgang im Bassbereich und der nicht kompletten Musiksteuerung.
Trotzdem – wer auf der Suche nach einem kleinen, stylischen und gut klingenden Bluetooth® Lautsprecher ist, sollte den JBL GO definitiv mal in die engere Wahl ziehen.

Wertung 85

Preis & Verfügbarkeit

Ähnlich einem Griff in die Weingummi-Tüte stellt sich die Farbauswahl des Go dar. Ganze 8 Farben sind verfügbar. Blau, grün, pink, schwarz, orange, grau, rot und gelb. Da dürfte für jeden Geschmack was dabei sein. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 29,99 Euro – vor Weihnachten scheinen die Preise bei Amazon aber ein bisschen verrückt zu spielen. Wer mag, kann aber auch direkt bei JBL bestellen – da gilt dann auch die UVP.

Loben

  • unauffällig aber trotzdem ikonisch
  • hervorragende Verarbeitung und Materialien
  • angenehme Haptik
  • sehr ausgewogener und gut abgestimmter Klang
  • kein großartiges Verzerren bei Maximallautstärke
  • gute Freisprecheinrichtung
  • simultanes Laden und Abspielen möglich
  • leicht und klein

“Meckern”

  • minimaler Lieferumfang, kein Audiokabel oder Transportbeutel
  • Akkulaufzeit recht gering
  • nicht komplette Musiksteuerung
  • Stromsparmodus des Bluetooth® Chips manchmal zu rigoros

Technische Daten

  • Produkt: JBL Go – Wireless Bluetooth Speaker
  • Abmessungen (HxBxT): 6,83 x 8,27 x 3,08 cm
  • Gewicht: 130 g
  • Bluetooth: 4.1 CSR (unterstützt A2DP V1.2, AVRCP V1.4, HFP V1.6, HSP V1.2)
  • Reichweite: max. 10 m
  • Akku: 3,7 V, 600 mAh, Lithium-Ionen
  • Aufladung mittels micro-USB-Ladekabel (5V/500mA)
  • Ladezeit: < 2 Stunden, je nach Anschluss und dessen Leistung
  • Ausgangsleistung: 3 Watt RMS
  • Frequenzbereich: 180 Hz – 20 kHz (Herstellerangabe)
  • Laufzeit: Maximallautstärke: <= 2 Stunden
  • Zimmerlautstärke: <=4 Stunden
  • Hintergrund: < 7 Stunden
  • Status-LED: eine Multifunktions-LED (Rot/Blau)
  • Material: Silikon, Kunststoff, Metall

2 Kommentar

  1. Ich find die Go Ultra von JBL einfach spitze! Für den Preis bekommt man einfach weit und breit nichts besseres.

    PS: Deine Seite gefällt mir auch sehr gut, sehr informativ und übersichtlich – weiter so! :)

    • Jawoll, ist echt sehr chic der kleine :) Und vielen Dank für das Lob zum Lautsprecher-Junkie – den Backlink aus meinem Kommentarbereich schenke ich Dir dafür 😉
      Viel Erfolg mit Deiner Page und viele Grüße,
      Der Junkie :)

Schreibe einen Kommentar