Rad ab? AUKEY SK-M4 Bluetooth® Lautsprecher Testbericht

Na sowas, wer hat denn da ein Rad von seinem RC-Monstertruck verloren und warum ist da eine Parkkralle dran? Das könnte der erste Eindruck sein, wenn man den heutigen Testkandidaten irgendwo liegen sieht. Doch bei dem, als Rad/Reifenkombination getarnten, AUKEY SK-M4 handelt es sich um einen Outdoor-fähigen Bluetooth® Lautsprecher mit 3 Watt und eingebauter Freisprechanlage. Der Lautsprecher-Junkie fand das Teil so witzig, dass er sich ziemlich gefreut hat, als ihm selbiges zum Testen angeboten wurde. Aber sieht der SK-M4 nur ungewöhnlich aus, oder kann er auch durch Leistung überzeugen. In ein paar Minuten werdet Ihr es erfahren…

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Verpackung / Lieferumfang

Geliefert wird der AUKEY SK-M4 in einer beigen Papp-Schachtel die mit einem weißen und bunt bedruckten Aufkleber verschlossen ist. Neben der Verpackung des Speakers finden wir auch noch eine kleine, ebenfalls beige Schachtel, die mit dem Aufdruck “Gift: 3,5mm Audio Cable” beschriftet ist. Beide Pappschachteln sind mittels Kunststoff-Folie zu einem Ganzen verbunden und stellen den Aufdruck “Go green with Aukey” etwas in Frage. Aber okay – gibt definitiv umweltschädlichere Verpackungen als die von Aukey und ein Audio-Kabel als “Geschenk” ist ja auch nicht zu verachten 😉

Und das Kabel ist echt hübsch. Dunkelgrau und halbtransparent mit darunter befindlichem und durchscheinendem Drahtgeflecht. Länge? 1 Meter! Das einfache, in der Hauptverpackung beiliegende, 50cm Micro-USB-Kabel wirkt nicht ganz so hochwertig, aber immer noch besser als viele andere 😉
Hat man die Kunststoff-Folie erstmal entsorgt und die große Pappschachtel geöffnet, findet man den in einem Kunststoff-Beutel verpackten Outdoor Speaker sowie eine Kunstleder-Schlaufe mit goldfarbenem Verschlussknopf.

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Erster Eindruck, Material, Verarbeitung & Gewicht

Der erste Eindruck des Lautsprechers ist definitiv positiv! Er wirkt trotz der Netto-Größe von 9×4,5cm (Durchmesser x Dicke / ohne überstehenden Bügel) recht leicht (187 Gramm) und sieht nicht nur auf den ersten Blick recht hochwertig verarbeitet aus. Man findet keine Grate oder Gußstellen und alle Oberflächen sind tadellos.
Der umlaufende Gummireifen fasst sich samtartig an und gibt unter Druck ein wenig nach. Geruchstechnisch ist er zwar nicht neutral, aber weit von dem entfernt, was man von Neureifen gewöhnt ist 😉 Das Gehäuse unter dem Gummireifen besteht aus schwarz durchgefärbtem, leicht strukturiertem Kunststoff und wirkt recht robust.

Auf der Vorderseite – quasi als Felge oder Radkappe – befindet sich das aus schwarz lackiertem Metall gefertigte Lautsprecher-Gitter, welches in seiner Mitte eine Messing-Aufnahme für die ebenso schwarz lackierte “Parkkralle” aus Metall hat. Direkt dahinter ist die 4cm große Lautsprecher-Membran zu erahnen, die ebenfalls mittig ausgerichtet ist und für eine 360° Rundum-Beschallung sorgen sollte, wenn der SK-M4 auf dem Rücken liegt.

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Auch die Rückseite verfügt über eine solche Messingbuchse als Gegenlager – der Bügel sitzt stramm und nahezu spielfrei und lässt sich so in jede Position rund um den Reifen schieben. Neben der zentralen Buchse und der nochmaligen Bezeichnung des Speakers nebst Hersteller-Logo und Leistungsdaten des fest integrierten Akkus, befindet sich auf der Rückseite noch eine kleine Gummiklappe, hinter der die Anschlüsse des Lautsprechers spritzwassergeschützt verborgen sind

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Der Bügel dient zum einen als Ständer für die Aufstellung auf ebenen Oberflächen und zum anderen als Aufnahmepunkt für die beiliegende Kunstlederschlaufe. Hiermit kann man den Speaker dann z.B. am Fahrradrahmen, Rucksack oder sonst wo fest machen. Gefällt mir echt gut, wenngleich das Kunstleder ein wenig billig wirkt. Ein Echtleder-Streifen wäre sicher auch nicht so viel teurer gewesen… Der Bügel lässt sich in seiner Messing-Lagerung wie gesagt um 360 Grad um den Speaker drehen – somit sind die Anschlüsse auf der Rückseite, das vorne aufgedruckte Hersteller-Logo und die im Profil versteckten Bedienelemente immer in der richtigen Position.

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Funktionen und Bedienung

Um ehrlich zu sein – die Bedienelemente hab ich erst mal ein bisschen suchen müssen, weil sie sich echt gut versteckt haben. Dreht man den Speaker aber ein wenig in der Hand, fällt nach kurzer Zeit aber auf, dass das Profil auf der Lauffläche an einigen Stellen eingeschnitten ist und sich zwischen diesen Stegen kleine Löcher und Symbole befinden. Das Loch beherbergt das Mikrofon für die Freisprechanlage und das Bluetooth® Logo symbolisiert die Position der im Gummi eingelassenen und dadurch sehr dezenten Multicolor-LED.

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Unter dem linken “Einschnitt” im Profil (direkt neben dem Mikrofon) sitzt der Multifunktionsknopf, der neben der Funktion als Ein- und Ausschalter, auch noch für Play & Pause, sowie für das Annehmen, Beenden und Abweisen von Telefonanrufen zuständig ist.

Der mittlere Einschnitt (hier sind es zwei Einschnitte) sorgt für den Sprung zum nächsten Lied oder bei längerem Druck für die Erhöhung der Lautstärke. Der ganz rechte Einschnitt im Steg symbolisiert den darunter befindlichen Knopf für den vorherigen Track oder das Verringern der Lautstärke. Die Regelung der Lautstärke ist leider recht ungenau – durch das Drücken und gedrückt halten, schießt man gerne mal über das gewünschte Ziel hinaus und ist entweder viel zu leise oder viel zu laut.

Anmerkung: Laut Angabe in der Bedienungsanleitung soll die Multifunktionstaste auch noch als Fernauslöser für die Kamera Eures Android-Smartphones fungieren. Die hierfür notwendige “Aukey Play” App ist aber weder wie beschrieben auf der offiziellen Webseite “www.aukey.com” noch im Google PlayStore zu finden. Merkwürdig ist auch, dass der SK-M4 auf der Aukey Homepage zwar im Slider auf der Startseite zu sehen ist, ein Klick hierauf aber lediglich zur Übersicht einiger Speaker führt, in welcher der SK-M4 fehlt…

Erstes Einschalten und Koppeln

Eingeschaltet wird der SK-M4 von Aukey durch einen 3-sekündigen Druck auf die Multifunktionstaste. Das Gerät meldet sich mit einer kleinen Tonfolge zum Dienst und befindet sich automatisch und für 2 Minuten im “Paarungsmodus”. Die Status-LED sollte derweil langsam weiß blinken. Im Bluetooth®- Menü Eures Smartphones oder Tablets findet Ihr nun ein Gerät, welches sich (oh Wunder) “Aukey SK-M4” nennt. Einfach anklicken, verbinden und fertig. Sollte nach einem Code gefragt werden – vier mal die Null ist der richtige.

Für den Fall, dass Ihr es nicht innerhalb der 2 Minuten schaffen solltet, die Geräte miteinander zu verbinden, müsst Ihr den Speaker nochmal aus- und wieder einschalten. Sobald Ihr Euer Abspielgerät mit dem Speaker gekoppelt habt, leuchtet die LED stetig weiß und fällt nicht weiter auf. Also alles ganz einfach und schon 100x gemacht – NFC wird eindeutig überbewertet, wenn Ihr mich fragt…

Anschlüsse

Hinter der Gummiklappe auf der Rückseite findet Ihr den 3,5mm Audioeingang und den Micro-USB-Ladeport. Das Kabel für ersteren habt Ihr von Aukey ja extra geschenkt bekommen – das für den Ladeport findet Ihr im Lieferumfang des Speakers. Aufladen könnt Ihr den Speaker an allen üblichen USB-Ports. Die Ladezeit wird mit 3 Stunden angegeben, was für einen 700mAh Akku schon recht lang ist.

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Das 3,5mm Klinkenkabel verbindet auch nicht Bluetooth®-fähige Geräte mit dem SK-M4. Allerdings müsst Ihr dann natürlich auf die Musiksteuerung verzichten – hier funktionieren nur noch die Lautstärketasten und der Ein- / Ausschalter.

Klang und Lautstärke

Eines haben die meisten runden und geschlossenen Lautsprecher gemeinsam – sie klingen alle etwas “dosig” – gerade wenn man vorher noch andere, besser klingende Lautsprecher im Einsatz hatte. Auch der SK-M4 ist in Sachen Klang jetzt nicht unbedingt der Musterschüler – der produzierte Sound ist ein bisschen blechern und mir eindeutig zu höhenlastig. Mitten und Bässe rücken in der Grundabstimmung recht weit in den Hintergrund, was den Einsatz eines Equalizers empfiehlt. Die nicht vorhandene Passivmembran und das bauartbedingte Fehlen der Körperschallübertragung auf die Standoberfläche sorgen dafür, dass die tiefen Frequenzen nahezu verpuffen und alles sehr grell wirkt. Von der Bauart her hätte ich hier mit voluminöserem Aufspielen gerechnet – wirkt doch ein bisschen platt der Reifen… Durch den Einsatz des eben erwähnten Equalizers kann man zwar ein bisschen gegensteuern, aber ein Klangwunder wird der SK-M4 dadurch leider auch nicht.

Die maximale Lautstärke ist durchaus ordentlich, aber auf Grund der höhenlastigen Grundabstimmung ab einem gewissen Level schon etwas unangenehm. Anders als vermutet, ist der SK-M4 nicht unbedingt dafür konzipiert “auf dem Rücken” zu liegen – hier stört der Bügel ein bisschen und lässt den Speaker nicht flach aufliegen. Bei sachgemäßem Betrieb – also stehend auf der Lauffläche des Reifens und gestützt vom Bügel – ergibt sich eine eher nach vorne gerichtete Klangabgabe und nicht der erwartete 360° Sound. Je nach abgespieltem Musikstil, eingestellter Lautstärke und gewähltem Aufstellort, kann der Bügel z.B. auf der Tischoberfläche anfangen zu vibrieren. Hat man die “Leder”-Schlaufe montiert, fällt diese Störquelle weg.

Freisprechanlage

Die mittlerweile obligatorische Freisprechanlage ist natürlich auch an Bord. Leider kämpft das System ein bisschen mit auftretenden Echos und man muss auf Seiten des Lautsprechers schon recht laut sprechen um auf der anderen Seite gut verstanden zu werden. Das eine begünstigt das andere dann zudem noch. Kann man sicher mal irgendwann benutzen, aber ganz ehrlich – ich könnte bei diesen kleinen Bluetooth® Lautsprechern auch gut auf ein solches Feature verzichten… Aber jedem das Seine, nicht wahr? 😉

Akkulaufzeit

Wie schon am Anfang des Tests erwähnt, verfügt der AUKEY SK-M4 über einen fest verbauten Li-Ion Akku mit 700mAh, der für eine Laufzeit von bis zu 6 Stunden sorgen soll. Dieser Wert scheint ja nach gewählter Lautstärke und Eingangsformat rechnerisch auch durchaus realistisch.

“Outdoor” Features

Laut Angabe bei Amazon soll der Aukey SK-M4 nach IP4X vor Spritzwasser und Staub geschützt sein. In der dortigen Kurzbeschreibung werden zwar auch Begriffe wie “wasserdicht” und “staubdicht” genannt – aber das verbuchen wir mal unter “Marketing-Speech”. Bei genauerem Betrachten der Bedienungsanleitung stellt man fest, das der Hersteller empfiehlt das Gerät von Hitze und Feuchtigkeit fern zu halten. Auch direktes Sonnenlicht und hohe Temperaturen führen nicht dazu, dass der Lautsprecher sich wohlfühlt. Für einen Outdoor-Lautsprecher schon merkwürdig… Also nehmen wir mal einfach den Mittelweg und attestieren dem SK-M4 einen gewissen Schutz vor Spritzwasser und Staub. Untertauchen, mit in die Badewanne nehmen oder im Sandkasten vergraben sollte man ihm aber ersparen – das mag er nicht 😉

Fazit & Wertung

Tja, was soll man da sagen – so richtig vom Hocker hat mich der SK-M4 nicht gehauen. Zwar ist die Form des Lautsprechers endlich mal wieder was neues und ungewöhnliches und die Verarbeitung sowie Materialanmutung sind recht hochwertig, aber die letztendliche Leistung des Speakers kann nicht wirklich überzeugen. Klanglich ist er eher im unteren Mittelfeld anzusiedeln – hier gibt es deutlich ausgewogenere Kandidaten, die dann allerdings auch etwas ziviler aussehen.

Bleibt als Fazit für mich ein “Schön anzugucken” und eine Wertung von 60%. Zum Einen durch den mit 19,99 Euro recht günstigen Preis und zum anderen durch das auffällige und witzige Erscheinungsbild. Wäre er einfach nur rund und flach würde meine Wertung eher im Bereich von 40% liegen – aber ich mag die Form nun mal… 😉


Wertung-60

Preis & Verfügbarkeit

Der AUKEY SK-M4 Outdoor Bluetooth® Lautsprecher ist für 19,99 Euro bei Amazon zu haben. Entweder als die getestete, ganz schwarze Variante, oder als Version mit gelbem Felgenrand. Trotz der etwas bescheidenen Leistungsentfaltung vielleicht doch ein Weihnachtsgeschenk für den autoverrückten Freund? Möglich!

Loben

  • hervorragende Haptik
  • angenehme Materialien
  • ungewöhnliches Befestigungskonzept
  • Stoßsicher, spritzwasserfest
  • ausreichende Akkulaufzeit
  • außergewöhnliche Optik
  • dezente Status-LED

“Meckern”

  • klanglich keine wirkliche Offenbarung
  • sehr höhenlastig, kaum Mitten/Bässe
  • unklare IP Zertifizierung
  • Lieferumfang etwas spärlich
  • Lautstärkeregelung ungenau
  • Gummi zieht Staub an

Technische Daten / Spezifikationen

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Zum Abschluss gibt´s noch eine kleine Slideshow der Bilder, die oben in den Test nicht rein gepasst haben…

An dieser Stelle danke ich der FIRMA AUKEY, die mir den SK-M4 Bluetooth® Outdoor Lautsprecher zum Testen überlassen hat!

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