Schön, schlicht & sexy – Saxx AS 30 Bluetooth® Stereo-Speaker im Test

Das Angebot an Bluetooth® Lautsprechern ist in den letzten Jahren ordentlich gewachsen – die Hersteller schießen wie die sprichwörtliche Pilze aus dem Boden und bringen einen Lautsprecher nach dem anderen auf den Markt. Größer, lauter, bunter oder sogar mit LED-Beleuchtung – der Kunde bekommt, wonach er verlangt. Sollte man meinen – denn was man da häufig als “erstklassig”, “mit super Sound” und “fettem Bass” angepriesen bekommt, ist manchmal schon fast kriminell. Keine Spur von Innovation – einfach ein mehr oder minder schickes Gehäuse mit 2 Low-Budget Chassis, einem chinenglisch-sprechenden Bluetooth® Modul sowie einem Akku fragwürdiger Herkunft und Leistung. Alles schon gesehen und leider “business as usual”.

Doch es gibt auch immer wieder Unternehmen, die nicht nur den Wahlspruch “everything is better with Bluetooth®” im Kopf haben, sondern 3 Ecken weiter denken und Bluetooth® Lautsprecher herstellen, bei denen einem der Mund offen steht.

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Einer dieser Kandidaten ist die relativ neue Firma SaxxTec aus Niedersachsen. Die Entschlüsselung des Firmennamens lässt es schon erahnen – wo “Superb Audio Experience” drauf steht, wird sicher kein Einheitsbrei serviert. Und ein Blick auf die (zugegeben sehr schicke) Homepage bestätigt diese Ahnung – hier will es jemand den renommierten Firmen ein bisschen schwerer machen… Neben vollformatigen und stylischen Home-Entertainment-Speakern hat das deutsch-chinesische Joint-Venture auch ein Bluetooth® 4.0 Speaker Set im Programm, welches der Designsprache der großen Vollformat-Lautsprecher in nichts nachsteht – und das zu einem Preis, der sich durchaus sehen lassen kann….

Der Lautsprecher-Junkie durfte eben dieses Saxx airSOUND AS30 Bluetooth® Speaker Set nun mal genau unter die Lupe nehmen…

Verpackung & Lieferumfang

Geliefert wird das AS30 Set in einer stabilen und HiFi-mäßig unspektakulären Verpackung. Brauner Karton mit einem blau/weißen Aufkleber, der Aufschluss über den Hersteller und den Inhalt gibt. Öffnet man diesen Karton, begrüßt einen ein weiterer Karton – sicher ist sicher 😉

Karton

Also nochmal den Cutter angesetzt und den zweiten Karton geöffnet. Hier drin befinden sich nun die beiden Lautsprecher – transportsicher in stoßdämpfenden Schaumstoff gebettet. Die Speaker als solches sind nochmals doppelt verpackt – ein Stoffsäckchen schützt die Lackoberfläche vor transportbedingten Abschabungen durch Vibration etc. und ein Kunststoffbeutel schützt vermutlich gegen evtl. auftretende Feuchtigkeit & Co.

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Man merkt also direkt, dass der Inhalt keine 0815-Stangenware ist, sondern exklusiv und hochwertig. So viel Aufwand bei der Verpackung und Transportsicherung habe ich bis jetzt selbst bei den hochpreisigeren Kandidaten nicht gesehen.

Neben den beiden AS30 Speakern befindet sich noch eine längliche Pappschachtel im Karton, die das Zubehör beinhaltet. Und das ist erfreulicherweise recht umfangreich und sogar fast vollständig.

Inhalt: ein langes Stromkabel, ein 2 Meter langes 3,5mm Klinke-Klinke Kabel, 2 Meter 1,5² Duplex Lautsprecher-Kabel (für die Verbindung der Lautsprecher untereinander), eine kleine Fernbedienung mit Folientasten und 8 Gummi-Standfüße zum Aufkleben. Lediglich das USB-Kabel für die direkte Verbindung zum PC und das optische Toslink-Kabel sind nicht enthalten – was aber durchaus zu verschmerzen ist.

Erster Eindruck, Material, Verarbeitung & Gewicht

Hat man die beiden Speaker nebst Zubehör-Schachtel erst mal ausgepackt, erwarten einen zwei kleine, mit je knapp 2 kg solide und perfekt verarbeitete MDF-Bassreflex Lautsprecherboxen, deren matte, weiße Lackoberfläche vollständig ohne Fehl und Tadel ist.

Durch die weiße Farbwahl des Gehäuses, ergeben die verbauten schwarzen Lautsprecher-Chassis einen schönen und edel wirkenden Kontrast. Zum Einsatz kommen hier jeweils ein 1 Zoll durchmessender Gewebe-Hochtöner aus Seide sowie ein 3,2 Zoll großer Tiefmitteltöner aus Polypropylen.

Chassis

Neben dem ebenfalls runden schwarzen “Fenster” für die Status-LEDs und den IR-Empfang auf der Master-Box, findet man auf der Vorderseite Slave-Box lediglich noch das erhabene “Saxx” Logo. Kein weiterer Schnickschnack – keine weiteren Beschriftungen. Nur weißer, matter Schleiflack oberster Güte ohne Spalte, Übergänge oder sonstige Makel. Bei einem Lautsprecher-Set für lediglich 200 Euro ganz sicher nicht selbstverständlich – aber ein deutliches Statement der niedersächsischen Lautsprecher-Schmiede!

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Der positive Eindruck setzt sich auf der Rückseite fort – oder wird sogar noch übertroffen. Wer jetzt eine einfache Kunststoff-Backplate erwartet hat, unterschätzt die Detailverliebtheit von SaxxTec. Feinstes, schwarz gebürstetes Metall beherbergt die Anschluss-Phalanx der AS30 Master-Box. Ordentliche Cinch-Buchsen, ein 3,5mm Klinkeneingang und hochwertige, vergoldete Schraubverbindungen mit Aufnahmemöglichkeit für Bananenstecker für die Speaker-to-Speaker Verbindung, wähnen einen eher in der 500 Euro als in der Sub-200 Euro Liga. Selbst ein Subwoofer-Ausgang in Cinch-Format ist vorhanden. Durch das integrierte Netzteil entfallen die üblichen Steckernetzteile und externen Stromversorgungen.

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Auf der Rückseite der Slave Box ist naturgemäß nicht ganz so viel los – hier befinden sich lediglich die beiden Anschluss-Klemmen und der Produkt-Sticker. Nicht zu vergessen ist natürlich der Bass-Reflex-Kanal, der auf der Rückseite beider Boxen als sauber gefräster Schlitz oberhalb der Backplate daher kommt. Könnte ganz schön windig werden bei den Außmaßen…

Einschalten & Koppeln des Saxx AS30

In Betrieb genommen wird das Lautsprecher-Pärchen über einen Netzschalter auf der Rückseite. Hiermit versetzt Ihr das AS30 Set in den Standby-Modus, was durch die schwach leuchtende blaue LED auf der rechten Seite des Status-Fensters signalisiert wird. In diesem Modus liegt der Stromverbrauch unter 0,5 Watt, was das AS30 Set prinzipiell zu einem “always-On” Kandidaten macht. Alle weiteren Funktionen, werden über die kleine Fernbedienung mit Folientasten gesteuert.

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Ready to Go!

Ein Druck auf den roten Power-Button steuert das interne Relais hörbar an und erweckt das Set zum Leben. Wählt man nach dem Druck auf den Power-Taster den Bluetooth® Eingang, befindet sich das Set automatisch im Paarungsmodus, was durch die blinkende blaue LED auf der linken Seite signalisiert wird. Im Bluetooth® Menü Eures Zuspielers findet Ihr nun ein Device, was sich “Saxx AS30” nennt. Kurz angeklickt und schon ist die Kopplung vollzogen. Die beiden nun stetig blau leuchtenden LEDs signalisieren dies.

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In den vier anderen Modi ist die zweite LED deaktiviert – lediglich die rechte LED ist aktiv und bestätigt den Signalempfang der Fernbedienung durch ein kurzes Blinken.

Zugegeben – das runde, dunkle Status- und IR-Fenster mit den einfachen, blauen 3mm LEDs ist jetzt nicht das schönste auf der Welt, aber sicher eine zweckmäßige Lösung. Hier hätte ich mir vielleicht eine andere, stylischere Art der Signalisierung gewünscht…

Funktionen & Bedienung

Auch die vier “Nicht-Bluetooth®”-Eingänge werden durch einen Druck auf die entsprechend beschriftete Fernbedienungstaste angewählt, wobei der Kanalwechsel ohne Verzögerung geschieht und durch ein kurzes Blinken der Status-LED bestätigt wird.

Die Funktionen der Fernbedienung sind übersichtlich und auf das notwendigste beschränkt. Lauter, leiser und Stummschaltung stehen Euch in jedem Modi zur Verfügung – die Musiksteuerung (Play/Pause, next & previous Track) funktioniert nur bei Verbindung über Bluetooth®. Etwas ungewöhnlich ist die Anordnung der Tasten. Zwar ist, wie bei vergleichbaren Fernbedienungen, eine Art “Steuerkreuz” vorhanden, aber die äußeren Tasten rund um die Play/Pause Taste sind um 90 Grad nach rechts gedreht. “Volume up” ist nicht wie gewohnt oben zu finden und “Volume down” nicht unten, sondern links und rechts vom Play/Pause Knopf. Der “Skip back” Knopf sitzt nicht – wie es eigentlich logisch wäre – an ganz linker Position, sondern oben “on Top”. Einen Track weiter geht es über die untere und nicht über die rechte Taste. Bisschen verwirrend – muss man sich definitiv dran gewöhnen!

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Nach 15 Minuten ohne Zuspielung versetzt sich das AS30 automatisch in den Standby-Modus und wacht aus diesem auch wieder automatisch auf, sobald erneut ein Signal am zuletzt gewählten Eingang anliegt. Dieser bleibt nämlich auch beim Ausschalten gespeichert – eine automatische Eingangskanalerkennung ist allerdings nicht vorhanden. Die automatische Reaktivierung bei Signaleingang funktioniert aber nur, nachdem sich das AS30 selber in den Standby versetzt hat. Hat man es manuell via Power-Taster in diesen versetzt, bleibt es auch bei zugespielter Musik stumm und schaltet sich nicht automatisch ein.

Interessantes “Feature” – die Bluetooth® Verbindung bleibt selbst im Standby-Modus bestehen – ein erneuter Verbindungsaufbau ist nicht notwendig, sofern Ihr Euch im Umkreis von 8-10 Metern um die AS30 aufhaltet. Das führt aber auch zu dem folgenden Szenario: Nehmen wir an, das AS30 steht im Wohnzimmer und Ihr habt Musik via Bluetooth® von Eurem Smartphone abgespielt. Nach Beendigung der “Session” habt Ihr das AS30 nicht ausgeschaltet, sondern es automatisch in den Schlafmodus fallen lassen. Nun begebt ihr Euch ins 5 Meter entfernte Schlafzimmer und möchtet vielleicht noch ein Hörbuch vor dem Einschlafen hören. Dadurch, dass sich das AS30 selber in Standby versetzt hat und die Bluetooth® Verbindung nicht getrennt hat, kann es passieren, dass Euer Hörbuch im Wohnzimmer auf dem AS30 abgespielt wird und nicht auf einem anderen, evtl. in der Nähe befindlichen Bluetooth® Lautsprecher. Klingt komisch, ist aber so.

Eine weitere Auffälligkeit ist die Notwendigkeit alle Kanäle – bis auf den Bluetooth® Kanal – nach dem Einschalten erneut anwählen zu müssen. Habt Ihr also via USB Musik abgespielt, das AS30 dann in Standby versetzt (mittels Power-Taste auf der Fernbedienung) und wollt nun erneut Musik via USB abspielen, müsst Ihr das Set nicht nur erneut Einschalten, sondern auch noch den USB-Eingang erneut anwählen. Warum? Keine Ahnung…! Ist aber bei allen vier Eingängen so – lediglich Bluetooth® bleibt aktiv und muss nicht erneut angewählt werden.

Sofern Ihr also alle Anschluss-Möglichkeiten clever nutzt, könnt Ihr satte 5 Geräte simultan mit dem Saxx AS30 verbinden. 4 kabelgebundene und eines per Bluetooth® – Abspielen kann natürlich immer nur eines 😉

Anschlüsse des Saxx AS30

Connectivity ist einer der ganz starken Punkte beim Saxx AS30. Denn es stehen Euch nicht wie bei vielen anderen Bluetooth® Lautsprechern, nur die Übertragung via Bluetooth® und evtl. per Klinkenkabel zur Verfügung – auf der Rückseite der Master-Box ist noch eine ganze Menge mehr los.

Neben den erwähnten Zuspiel-Möglichkeiten – also Bluetooth® und Aux per 3,5mm Klinke – bietet das AS30 Set noch einen weiteren, analogen Aux-Eingang, der über Cinch-Buchsen verfügt. Adapterkabel adé (y)

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Was mich aber mehr als positiv überrascht hat, sind der optische TosLink Eingang und die USB-B Buchse. So etwas findet man bei nicht allzu vielen Speakern dieser Preisklasse und ist auch in höheren Preisklassen ganz sicher noch nicht selbstverständlich!

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Damit eignet sich das AS30 Set also nicht nur als temporäres Wiedergabegerät für Bluetooth® Zuspieler, sondern kann sich auch in komplexe Entertainment Systeme integrieren und aus multiplen Quellen schöpfen.

Ein weiteres Einsatzszenario wird durch die USB-Anbindung ermöglicht. Zwar sind die beiden schicken Speaker als reine Desktop-Computer-Lautsprecher vielleicht ein wenig unterfordert, aber ein Multi-Connection Setup im Homeoffice oder am Arbeitsplatz ist durchaus vorstellbar. Systemklänge und YouTube Videos via USB, den alten, aber immer noch randvollen iPod via Klinkenkabel und die Musik vom Smartphone via Bluetooth®, hören sich nach einem interessanten Konzept an.

Via USB angeschlossen, ist der integrierte D/A Wandler übrigens in der Lage, selbst HighRes-Audio Tracks (FLAC) mit 192kHz/24 Bit wiederzugeben – ein Fakt der in dieser Preisklasse ebenfalls nicht selbstverständlich ist und das Konzept des AS30 nochmals aufwertet.

Sicher – man wird nie alle Anschlüsse und Eingänge simultan nutzen, aber durch das Vorhandensein ergeben sich viele Anwendungsszenarien, die mit anderen Speakern einfach nicht so ohne weiteres zu realisieren sind. Dafür gibt es einen dicken Daumen nach oben.

Wem es nicht reicht, dass das Set “nur” in 2.0 Auslegung daher kommt, der kann über die Sub-Out Buchse einfach einen externen aktiven Subwoofer anschließen, (z.B. den Saxx DS10) der dann durch eine Tiefpassfilter mit Frequenzen unterhalb von 120Hz beschickt wird. Somit könnt Ihr das Saxx AS30 Set auf ein vollwertiges 2.1 Bluetooth® Stereo Entertainment System erweitern. Durch die DeepSound DS Cordless 2.4 Transmitter von Saxx ist das Ganze sogar fast komplett kabellos zu realisieren – der Subwoofer kann hiermit bis zu 10 Meter entfernt stehen, ohne dass Ihr ein Kabel zwischen ihm und dem AS 30 Set verlegen müsst.

Klang & Lautstärke

Doch neben all dem schönen Schein und all den tollen Features, kommt es bei Lautsprechern ja vorranging auf den Klang und die Lautstärke an. Zugegeben – bei den AS30 handelt es sich um die ersten Vollholz-Bassreflex Speaker die ich hier beim Lautsprecher-Junkie im Test habe. Entsprechend gespannt war ich auf den Klang und die Leistungsfähigkeit.

Wie fast immer, starte ich meinen Test mit dem Song “Crystallize” von Lindsey Stirling, der die Speaker fast auf dem kompletten Frequenzband fordert. Die filigrane Geige steht präsent und fein differenziert im Raum – die Baseline im Hintergrund untermalt die Ganze Sache druckvoll, aber nicht überzeichnet. Etwas weiter im Hintergrund ist die elektronische Snare-Drum wahrzunehmen – schön integriert in das Gesamtbild und nicht herausstechend, wie bei anderen Speakern.

Nachdem die Lautsprecher sich nun etwas warm gespielt haben, darf es auch ein bisschen härter zu Gange gehen. Der Dubstep-Remix des “Imperial March” von Dirt Monkey ist sicher nichts, was der “normale” Zuhörer sich so antun würde, aber die Kombination aus der Synthy-elektonischen Hookline, den übelst fetten Bass-Bombs bis fast in den Infraschallbereich, sowie der pseudo-orchestralen Untermalung des “Marsches” ist aktuell einer meiner Favoriten, um den Staub aus den Boxen zu blasen und hat den langjährigen Favoriten “Sweat” von David Guetta feat. Snoop Dogg, locker vom Thron gestoßen.

Die “schwere Kost” des imperialen Dubstep Marsches bringt die AS30 schon ein wenig in Bedrängnis. Mit 60 Hz spielen sie zwar tiefer runter, als viele ihrer Mitbewerber, aber man merkt, dass sie sich hiermit nicht sonderlich wohl fühlen. Im Bereich der 60 Hz geht die Kraft ein wenig verloren – ein Effekt der im dreistelligen Hertz Bereich nicht zu vernehmen ist. Was nicht bedeuten soll, das Gesamtbild würde sich schlecht anhören. Nur eben anders als gewohnt und etwas limitiert.

Den Effekt kann man auch bei der Elektro-Hymne “Sensation White” von 18 Summers beobachten. Während “oben rum und in der Mitte” noch alles schick und schön ist, verschwinden die Bass-Bombs wesentlich früher in der Unhörbarkeit als bei anderen Speakern.

Woran das liegt, sollte aber auch klar sein. Zum einen haben wir es hier mit einem 30 Watt Bassreflex Speaker-Paar zu tun, welches auf lediglich 5 Liter Gesamtvolumen kommt und zum anderen besteht es aus fast 1cm dickem MDF, welches per se schon mal schwieriger in Eigenschwingung zu versetzen ist, als Gehäuse aus Kunststoff & Co. Das ist aber ein gewollter Effekt, denn Eigenschwingung und Resonanzverstärkung sind eher störend als schön.

Mit angeschlossenem Saxx DS10 Subwoofer sieht die Sache dann sicher anders aus. 30-270 Hz und eine Maximal-Impulsleistung von 250 Watt aus 16,4 Litern, lassen die Gläser bei den Nachbarn dann auch eher klirren, als es die 50 Watt Peak-Leistung der AS30 vermag… Simple Physik 😉

Nachdem ich die Membranen nun ordentlich freigeblasen habe, können wir es ja mal mit etwas gitarrenlastiger Musik probieren. Ausgesucht habe ich hierfür meine G.O.N.D Playlist und einiges anderes aus der Metal- und Punk-Richtung. Einzeln darauf einzugehen, würde hier zu weit führen – waren etliche Stunden echt guter Musik 😉 Als Zusammenfassung kann man aber sagen: hervorragende Klangbühne, druckvoll im Keller, satt und solide im mittleren Frequenzband und vielleicht etwas zu transparent im Treble Bereich. Hier hätte ich mir manchmal etwas mehr Brillianz in den Höhen gewünscht – Snaredrum und einige Lead-Soli klangen doch ein bisschen matter als ich es gewohnt bin. Da die Songs aber nicht alle in der gleichen Qualität vorliegen, sich in Lautstärke und “Sauberkeit” stark unterscheiden und auch via Amazon Music gestreamt wurden, ist das Gesamterlebnis aber durchaus als respektabel zu bezeichnen.

Da der Lautsprecher-Junkie jetzt nicht mehr so der Typ für klassische Musik ist, kann ich dieses Metier auch nicht mehr wirklich bedienen. Als ehemaliger Konzertgitarren-Spieler kann ich aber sagen – das AS30 Set klingt nach einer gut temperierten, klassischen Yamaha-Konzertgitarre mit Nylon-Saiten, was eindeutig als Lob zu verstehen ist! Sicher gibt es noch bessere und wohlklingendere Instrumente (und Lautsprecher), aber für die muss man dann auch deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Die Lautstärke der – um mal bei einem der obigen Titel zu bleiben – “weißen Sensation” AS30 ist durchaus beachtlich und reicht locker aus, um eine mittelgroße Halle zu beschallen. Bei Maximalpegel wird es zwar ab und an etwas unsauber, matschig und teilweise kreischig – aber Dauerfeuer auf Maximal-Anschlag ist ja auch nicht der gedachte Einsatzzweck dieses Pärchens. Genauso wenig wie z.B. ein 1,2 Liter Golf auf den Nürburgring gehört! Man kommt zwar irgendwie rum – aber auch er hat ganz sicher andere Stärken 😉

Insgesamt erfüllen die Saxx AS30 also genau das, was ich von Vollholz Bassreflex-Lautsprechern in dieser Preisklasse erwartet habe. Ein warmes und unaufgeregtes Klangbild mit gutem Druck im Keller sowie ordentlich ausbalancierten Mitten und dezenten Höhen. Durch das flexible und fast unbegrenzt breite Aufstell-Feld produzieren sie eine exzellente Stereo-Bühne – kein Vergleich zu “Stereo”-Speakern, die diese durch Timings oder abgewinkelt eingebaute Chassis versuchen zu simulieren.

Dass die Bassreflex-Kanäle bei meiner Dubstep-Bass-Orgie locker nen kompletten Adventskranz hätten ausblasen können, ist schon nicht von schlechten Eltern und zeugt von guter Konzeptionierung des Volumens. Die dabei unweigerlich entstehenden “Windgeräusche” sind nicht sonderlich störend – bei geringerer Entfernung aber durchaus wahrnehmbar. Vielleicht würde ein runder Bassport hier ein wenig “ruhiger” sein, aber der Gegendruck zu den frontseitig verbauten Chassis ist natürlich (ähnlich wie beim Kfz-Auspuff) ein durchaus entscheidendes Kriterium. Aber da dürfen sich gern andere den Kopf drüber zerbrechen – ich bin jedenfalls mehr als angetan vom gebotenen Gesamtbild. Hat man sicher schon gemerkt… 😉

Fazit & Wertung

Für knapp 200 Euro ist das Saxx airSOUND AS30 Bluetooth® Stereo Set ein echter Geheimtipp. Die gebotene Anschlussvielfalt, die extrem perfekte Verarbeitung und der warme, entspannte Klang machen echt Freude. Vom Design her an klassische Studio-Lautsprecher erinnernd, setzt die mattweiße Variante mit den schwarzen Chassis in jeder Umgebung einen exklusiven Design-Aspekt – wer es gerne etwas schlichter mag, wählt die komplett mattschwarze Version, bei der das runde Status-LED-Fenster auch weniger auffällt.

Da SaxxTec bei den Punkten Ausstattung, Materialwahl und Verarbeitung wirklich nicht allzu viel besser machen könnte, vergebe ich für diese Aspekte die Höchstpunktzahl. Klang, Lautstärke und Pegelfestigkeit bekommen gute 85%. Durch das exzellente Preis-Leistungsverhältnis erreicht das Saxx airSOUND AS30 Bluetooth® Stereo Set damit eine Gesamtbewertung von 95%!

Wertung95

Preis & Verfügbarkeit des SAXX AS30

Da SaxxTec als Dirketversender fungiert, bekommt Ihr die AS30, sowie alle weiteren Saxx-Produkte exklusiv im Online-Shop der Niedersachsen für 199.oo Euro! Und das sogar versandkostenfrei und nicht mit exorbitanten Versandkosten des Mitbewerbs… Erhältlich ist das AS30 in schwarz oder weiß – die Lieferzeit beträgt 1-3 Tage.

Loben

  • erstklassige und extrem hochwertige Verarbeitung
  • edel wirkende Materialien
  • fast perfekte Optik und Haptik
  • fein abgestimmtes, warmes Klangbild ohne störende Elemente
  • perfekte Stereo-Bühne durch flexibel erweiterbare Aufstell-Breite
  • exzellente Lautstärke mit gut nutzbarem Maximalpegel
  • umfangreiche Anschlussmöglichkeiten
  • Anschluss für externen Aktiv-Sub vorhanden
  • HighRes Audio 192kHz/24Bit (FLAC) via USB möglich

“Meckern”

  • etwas “matt” im Treble-Bereich
  • Windgeräusche bei voluminösem Tiefbass
  • unterhalb der Resonanzfrequenz etwas schlapp
  • Status-LEDs wirken etwas billig
  • USB- & Toslink-Kabel nicht im Lieferumfang
  • gewöhnungsbedürftige Tastenbelegung der Fernbedienung

Technische Daten

  • Dauerleistung: 2x 30 Watt
  • Impulsleistung: 2x 50 Watt
  • Frequenzbereich: 60 – 20.000 Hz
  • Hochtöner Anzahl u. Ø: 1 x 2,6 cm (1″)
  • Hochtöner Material: Seide
  • Tieftöner Anzahl u. Ø: 1x 8,5 cm (3,2″)
  • Tieftöner Material: Polypropylen
  • Anzahl Wege: 2
  • Gehäuseaufbau: Bassreflex
  • Oberfläche: Matt lackiert
  • Farben : Schwarz, Weiß
  • Gehäusematerial: MDF
  • Frontabdeckung: –
  • Volumen ca. (l). 2,5
  • Bluetooth. Ja, 4.0
  • APP verfügbar: –
  • Fernbedienung: Ja
  • Audio-Eingang analog: 1 x Cinch stereo,1x 3,5 mm Klinke
  • Audio-Ausgang analog: 1 x Cinch mono für Subwoofer 120 Hz
  • Audio-Eingang digital: 1 x optischer Digitaleingang, 1 x USB-B (keine Treiber erforderlich)
  • Audio-Ausgang digital: –
  • USB zur Spannungsversorgung externer Geräte: –
  • Hochpass: –
  • Tiefpass: Ja, 120 Hz fix
  • Pegelsteller: Lautstärke per FB
  • Phasenumschaltung: –
  • Verstärkerkanäle: 2 (R + L)
  • Automatik-Standby: Ja
  • Standby Verbrauch: < 0,5 W
  • Netzschalter: Ja
  • Terminal: Schraubanschlüsse, vergoldet
  • Bananenstecker geeignet: Ja, bis Ø 3,0 mm
  • Bi-Wiring/Bi-Amping: Nein
  • Maximaler Kabel-Ø (mm): 1,5 mm Ø
  • Abmessungen B x H x T + Abdeckung (mm)
    • Aktiv : 125 x 180 x 190 zzgl. Netzkabel und Kühlung 50 mm
    • Passiv: 125 x 180 x 190
  • Gewicht (kg)
    • Aktiv: 2,2
    • Passiv: 1,8
An dieser Stelle mein Dank an die Firma SaxxTec, die mir den Test durch das zur Verfügung gestellte Testsample ermöglicht hat!

4 Kommentar

  1. Danke für diesen Bericht, er bestätigt im Großen und Ganzen das, was ich ebenso erfahren und erlebt habe. Was mir persönlich noch sehr gut gefällt ist der Klang des Speakers, wenn noch andere Gegenstände zwischen ihm und mir stehen. Die Belegung der Tasten auf der Fernbedienung sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber dennoch aus meiner persönlichen Sicht im akzeptablen Maße zufriedenstellend! Benutze ihn neuerdings in meinem Musikzimmer. Ich bin absolut zufrieden und kann ihn wärmstens weiterempfehlen.

    Gruß, Felix

  2. Hey,

    Super Beitrag. Ich finde auch, dass Sonos die beste Marke ist, weil sie die Multiroom-Funktion perfekt umsetzt und, auch meiner Meinung nach, den besten Klang hat. Macht weiter so!

    • Danke für das Lob – wir haben uns auch alle Mühe mit diesem Test gegeben! Schade nur, dass Du den Beitrag weder gelesen noch verstanden zu haben scheinst – Dein Kommentar hat so überhaupt nix mit dem hier getesteten und vorgestellten Saxx AS30 zu tun :( Aber schön, dass Du Sonos und besonders den PLAY:1 magst – bringt ja auch am meisten Affiliate-Kohle… Kleiner Tipp am Rande – die 4 Watt, die Ihr dem PLAY:1 nachsagt, könnte Sonos Euch krumm nehmen. 4 Watt (besser gesagt 3,8 Watt – was immer noch verdammt viel ist) verbraucht der Speaker schon im Stand-By (siehe: http://sonos-de.custhelp.com/app/answers/detail/a_id/3565/~/sonos-stromverbrauch-im-ruhemodus) – die Musikleistung wird weit darüber liegen 😉 Wie weit? Darüber schweigt sich Sonos leider genau wie Bose aus… Na ja, aber was soll ich hier groß weiter schreiben – Du wirst diesen Kommentar vermutlich sowieso nie lesen. Hauptsache der Backlink aus den Kommentaren bringt Euch weiter 😉
      Viel Erfolg weiterhin und viele Grüße, Der Junkie

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