Schön schräge Schweden – XTZ Tune 4 im Test

A closer look…

Da die Tune 4 Lautsprecher als 2-Wege System konzipiert sind, verfügen sie (oh Wunder) über zwei Treiber je Gehäuse. Die 120mm C-Cone Mehrschicht (Acrylnitril-Butadien-Styrol) Tiefmitteltöner präsentieren sich in feiner Carbonstruktur und werden von je einem, dezentral verbauten 19mm Mehrschicht Kalottenhochtöner in Waveguide-Ausführung flankiert. Die unmittige Position der Hochtöner wurde übrigens nicht aus kosmetischen Gründen so gewählt – durch die außermittige Position sollen Kantendispersionen abgeschwächt werden.

Wer jetzt “Hä, bitte was?” denkt – so ging es mir auch 😀 Genaueres zu diesem Begriff findet Ihr am Ende des Tests. Interessant, um was man sich als Lautsprecherbauer so alles Gedanken machen muss… 😉 Die filigran wirkenden Hochtöner verfügen über einen eingebauten Schutz gegen Beschädigungen und springen nach leichtem Eindrücken (z.B. beim Staubwischen) wieder unbeschädigt in ihre ursprüngliche Form zurück.

XTZ Tune 4 (35)
Echt edel, oder?

Beide Treiber sitzen etwas nach innen versetzt in runden Waveguide-Kuhlen, was für einen präziser abgestrahlten Klang sorgt und der Vorderseite der Tune 4 ein edles und gleichzeitig interessantes Aussehen verleiht. Unterhalb der Lautsprecherchassis ist das schwarz-silberne XTZ Logo eingelassen. Der Master Speaker, in welchem neben dem 2x50W Class-D Verstärker die gesamte Elektronik verbaut ist, verfügt auf der Vorderseite noch über ein rundes rauchschwarzes “Fenster” hinter dem die Status-LED´s sowie der IR-Empfänger sitzen. Haben wir in dieser Form schon bei den AS30 von SAXX gesehen – muss man mögen…

Die Rückseite des “Master”-Speakers ist naturgemäß interessanter, als die des Slave, dessen Backplate lediglich die beiden vergoldeten Schraubterminals für die Lautsprecherkabel, sowie das Herstellerlogo und die Markierung für die Aufstellposition beheimatet.

XTZ Tune 4 (38)
Der Sklave von hinten…

Da ist beim Master schon mehr zu sehen. Neben dem schon erwähnten Anschlussterminal zum Anschluss des Slave-Speakers, sind auf dessen – ebenfalls metallener – Backplate die Ein- und Ausgänge, sowie der Anschluss für die Stromversorgung verbaut. Oberhalb der Backplate befindet bei beiden Speakern der Bassreflex-Kanal – hier ebenso wie beim Saxx AS30 als Schlitz und nicht wie beim Wavemaster Cube als rundes Loch ausgeführt. Bei je 50 Watt pro Kanal könnte es hier hinten ganz gut windig werden…

XTZ Tune 4 (39)
…und der gut bestückte Master!

Die Tune 4 verfügen über zwei physikalische Eingänge: einen analogen Eingang mit 3,5mm Klinkenkabel sowie einen optischen S/PDIF-Eingang. Hinzu kommt Bluetooth in Version 4 mit aptX® CSR. Der direkte Anschluss von analogen Quellen mit Cinch-Kabeln ist nicht möglich – hier muss man im Bedarfsfall auf einen separaten 3,5mm-Cinch Adapter zurückgreifen.

Dafür verfügen die Tune 4 über einen dedizierten Subwoofer-Ausgang mit Cinch-Buchse. An diesen Ausgang kann man bei Bedarf einen aktiven Subwoofer zur Unterstützung anschließen und den Frequenzgang unterhalb von 80 Hz mit Hilfe der DSP Software auch alleinig über diesen ausgeben. Das entlastet nicht nur die Mehrfrequenz-Chassis sondern sorgt für ein noch individueller einstellbares (und satteres) Bass-Fundament, sowie eine höhere Belastbarkeit des Systems ohne Einbruch. Port-Turbulenzen – durch das große, bewegte Luftvolumen bei tiefen (Kick-) Bässen – werden ebenfalls auf ein Minimum reduziert.

Die Navigation solltet Ihr ja jetzt verstanden haben – auf Seite 4 findet Ihr eine kleine Enttäuschung und einen erfreulich schweren Handschmeichler —>

16 Kommentar

  1. Es ist wirklich schade, dass die USB-Buchse nicht mehr Strom liefert! Man könnte sonst über diese einen RaspberryPi betreiben und bräuchte hierfür keinen separaten Stromanschluss… So würden die Lautsprecher direkt ein gutes Stück „smarter“ werden. Das geht so zwar trotzdem noch, aber es fühlt sich direkt weniger „integriert“ an… 🙂

    • Stimmt, das ist echt ziemlich schade… RasPi, Chromecast Audio etc. – die Möglichkeiten die Tune 4 zumindest WLAN-fähig zu machen, wären ja mannigfaltig. Bis dato konnte ich meinen Chromecast Audio aber an keinem Speaker mit USB-Ausgang (egal wie leistungsstark, teuer, mit Akku oder ohne) ohne massive Störgeräusche(!) zum Laufen bekommen. Mit externer Stromquelle kein Problem – aber am systemeigenen USB-Anschluss eine Katastrophe! Das hatte ich mir definitiv anders vorgestellt :/

      Vielen Dank und viele Grüße,
      Der Junkie

      • Ach? Das ist auf jeden Fall eine interessante Info! Vielen Dank dafür! 🙂

        Ich bin nämlich grade auf der Suche nach einem solchen System, bei dem ich meinen RasPi direkt betreiben kann. Wenn allerdings der Chromecast Audio mit allen systemeigenen USB-Anschlüssen Probleme hat, befürchte ich, dass auch der RaspberryPi – der ja auch durchaus penibel sein kann, was die Stromzufuhr angeht – sich da vielleicht querstellen könnte.

        Vielleicht sollte ich dieses Kriterium streichen? Wäre ja auch nicht soo tragisch, eine zweite Steckdose zu benötigen. Darf ich noch kurz fragen, mit welchen Lautsprechern Sie neben den XTZ diese Erfahrungen gesammelt haben? 🙂

        • Ja, das hat mich auch überrascht und meine Pläne torpediert :/ Glaube auch nicht, dass es an meinem Chromecast Audio liegt – das Phänomen ist ja bei mehreren Speakern aufgetaucht. Ich versuch mal zu resümieren, welche Speaker ich getestet hab: JBL Charge 2+, harman/kardon Onyx Studio 2, Saxx AS30, Auluxe MB1 & Z2, Libratone Zipp Wlan. Wenn ich keinen vergessen hab, dürfte es das gewesen sein 😉 Alles mit dem selben Ergebnis: Strom für den CCA über USB und Audio über Klinke gibt nur Probleme.

          Zu Deiner Idee mit dem Pi: Das würde ich vergessen. Der Pi braucht ja bis zu 2,5 Ampere je nach Belastung – und das wird Dir kein Lautsprecherhersteller in sein System einbauen. Die Qualität der Stromwandler, die in den Systemen eingebaut ist, scheint auch nicht von allzu hoher Güte zu sein, sodass die Chance, sich den Pi zu zerschießen sicher nicht ohne ist. Lieber ne ordentliche 2,5 Ampere „Wandwarze“ nehmen und auf der sicheren Seite bleiben.

          Freut mich auf jeden Fall, wenn Dir meine Erfahrungen weiterhelfen konnten 🙂

          Vielen Dank und viele Grüße,
          Maik
          aka „Der Junkie“

          • Ja, mit deinen Erfahrungen hast du mir auf jeden Fall geholfen! …und mich bestimmt auch vor vielen Stunden voller Ärger und Verzweiflung bewahrt! 😉

            Dankeschön und weiterhin viel Spaß und Erfolg auf der Suche nach „dem perfekten Lautsprecher“! 🙂

          • Super, das freut mich 🙂

            Wenn ich mal nen Speaker finden sollte, der stabile 2,5 Ampere bei 5 Volt raushaut und keine Störgeräusche in der Selbstversorgung des CCA produziert, wirst Du es auf jeden Fall im Test lesen!

            Dir noch viel Spaß & Erfolg bei der Umsetzung Deines Pi-Projekts – freue mich, wenn Du mal wieder vorbei schaust 🙂

            Vielen Dank und viele Grüße,
            Maik
            aka “Der Junkie”

  2. Hi zusammen, vielen Dank für den tollen Beitrag, genauso einen habe ich gesucht! Wen der Preis nicht abschreckt wird sicher seine Freude daran haben. Du schreibst dass die nicht quadratische Form der Boxen intern unerwünschte Schallreflektionen reduziert. Es ist bekannt dass die quadratische Form mit dem rechten Winkel nicht die ideale Form für Akustiker ist. Hast du hierzu nähere Informationen, eventuell auch direkt seitens XTZ? Es würde mich interessieren, wie so etwas seitens Akustiker getestet und untersucht wird. LG

    • Hallo Ben,

      danke für das Lob – freut mich, wenn Dir der Test gefällt und Du bis zum Ende durchgehalten hast 😉

      Bezüglich Deiner Frage zu der Form und der Reduzierung der Reflektionen muss ich leider passen… Das geht dann schon in Richtung Audio-Engineering und Labormessungen und ist nicht wirklich das Steckenpferd des Lautsprecher-Junkies. Ich kann mir zwar physikalische und pseudoakustische Dinge zusammenreimen – aber irgendwo hört es dann auch bei mir auf 😀 Aber wenn Du dich mal im XTZ-Forum (http://forum.xtz-deutschland.de/) umschaust, wirst Du denke ich auch hierzu Informationen finden. Alternativ auch bei Nubert im Forum (http://www.nubert-forum.de/nuforum/) nachschauen – die sind alle wesentlich audiophiler als ich 😉

      Vielen Dank & viele Grüße,
      Maik
      aka „Der Junkie“

  3. Echt interessanter Artikel und so ausführlich!! Wow.

    Ich bin seit längerem auf der Suche nach einem Bluetooth-Lautsprecher, den ich mit meinem Netzwerkplayer verbinden kann. Werde mit diesen Mal anschauen und vielleicht irgendwo probehören (wenn möglich). Für knapp 500 EUR klingt das ganz vernünftig. Zudem ist der von den Maßen her ganz kompakt 🙂

    • Danke für´s Lob – freut mich, dass Dir mein Testbericht gefällt 🙂 Die Tune 4 sind auf jeden Fall eine Empfehlung wert!
      Viele Grüße,
      Der Junkie

  4. Super, bin voll begeistert. Endlich haben die Töne die richtige raumfüllende Tiefe. Bass und Helligkeit sind einzeln regelbar und stimmen einfach auf den Punkt genau so wie es sein soll. Wer weniger Bass möchte oder nicht soviel ausgeben möchte, der kann sich die Creative Inspire T12 Lautsprecher einmal anschauen.
    Diese haben wir am PC meiner Frau und diese sind auch sehr gut!

  5. Ein wirklich grandioser und ausführlicher Beitrag!
    Ich schätze, dass ich diese Lautsprecher mal in naher Zukunft ausprobieren werde.

    • Vielen Dank für das Lob – gab wahrlich ne Menge zu Schreiben zu den Schweden 😉 Viel Spaß beim selber Testen – ich denke Du wirst nicht enttäuscht sein…
      Grüße,
      Der Junkie

  6. Mein Onkel möchte sein Auto mit der neuen Audio Anlage ausstatten und möchte nun die Hohlräume irgendwie ausfüllen, dass das Klirren bei voller Lautstärke auch verschwindet. Ich denke da wird das beste sein es mit Schaumstoff zu versehen. Danke für den tollen Blog Artikel!

  7. Hallo, ich habe mir ein paar richtig gute Lautsprecher angelegt. Nun bin ich umgezogen und habe festgestellt, dass die Audioqualität in diesen Räumen verschlechtert hat. Was kann ich machen, dass es nicht so hallt. Die Lautsprecher haben schließlich kein Mikrofon eingebaut. Vielen Dank für den super Blog!

  8. Ich habe deinen Blog gerade erst entdeckt, aber schon nach den ersten paar Zeilen hat mich dein Schreibstil gepackt. So frisch und modern und trotzdem informativ. Vielen Dank für den tollen Beitrag.
    LG Winni

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