Schön schräge Schweden – XTZ Tune 4 im Test

Ein bisschen USB gefällig?

Als kleines Extra-Feature hat XTZ den Tune 4 eine USB Buchse spendiert. Allerdings dient selbige nicht als Anschluss für USB-Speichermedien oder für den Direktanschluss an den Computer, sondern ist für das Aufladen Eures Smartphones während des Betriebs gedacht. Leider verfügt diese USB-Buche aber nur über eine Ausgangsleistung von max. 250mA, was die Einsatz-Vielfalt doch ein wenig einschränkt. Zwar habe ich beim Anschluss diverser Devices (iPhone, Powerbank, Chromecast Audio etc.) Ausgangsleistungen von um die 430mA bei knapp um die 5 Volt messen können, doch es ist fraglich, wie lange diese Leistung ohne negative Nebenwirkungen abgerufen werden kann. Die 250mA stehen da sicher nicht ohne Grund… Inwieweit Geräte wie iPhones oder andere Smartphones mit so geringem Ladestrom umgehen können und ob das negative Auswirkungen auf Ladeelektronik oder Akku hat, kann ich aktuell nicht beurteilen. Für den Moment ist die (ohnehin nur als Zusatz-Gimmick gedachte) USB Buchse für mich somit weitestgehend nutzlos, was definitiv schade ist!

XTZ Tune 4 (30)
USB-„Ladebuchse“ (Rückseite Master)

Im Standby-Betrieb wird die Ladebuchse deaktiviert. Jedenfalls kurze Zeit – nach ca. 1-2 Sekunden gibt der Port dann aber wieder eine Spannung um die 3 Volt (2,69-3,04 Volt) aus. Das aber mit so geringer Stromstärke, dass nur zwei meiner USB-Testgeräte überhaupt einen Volt-Wert anzeigen können – für eines ist die im Standby-Modus ausgegebene Leistung zu gering und es beginnt zu “flackern” – befindet sich also in einer stetigen Neustart-Schleife. Merkwürdiges Verhalten – habe ich bis dato an keiner USB-Buchse in der Art beobachten können. Wie iPhone & Co. diese geringen Werte am Ladeport vertragen? Sagen wir’s mal so: Ich schließe keines meiner Devices im StandBy-Modus an die Tune 4 an 😉 Vielleicht bin ich da aber auch zu vorsichtig – die Elektroniker unter Euch können in den Kommentaren ja mal Ihre Meinung dazu abgeben!

Gewichtiges Leichtmetall für die Hände

Dafür kann die mitgelieferte Fernbedienung ordentlich punkten. Während andere Hersteller ihren Geräten die klassischen, mehr oder minder funktionalen, Kunststoff-Fernbedienungen mit Folientasten beilegen, geht XTZ hier einen wesentlich solideren Weg. Die Fernbedienung der Tune 4 besteht aus einem 12 * 4 * 0,8 cm großen Aluminium-Block, aus dem per CNC-Fräse die Aussparung für das eigentliche Bedienelement herausgefräst wurde. Selbiges besteht aus einer Platine mit aufgeklebtem Bedienfeld auf der Oberseite. Hierauf sind 6 Folientasten zu finden: Power, Mute, Leiser, Lauter, Pairing und Quellenauswahl. Auf der Rückseite sitzt die CR2025 Lithiumzelle, die das Ganze mit Strom versorgt.

XTZ Tune 4 (58)
Massiver Handschmeichler…

Hält man die Fernbedienung das erste Mal in der Hand, fällt direkt das stattliche Gewicht des Leichtmetallblocks auf – knapp 94 Gramm Aluminium wirken schon wesentlich edler, als 18 Gramm Kunststoff… Das Fehlen des klassischen “Batteriefachs”, macht die Fernbedienung zu einem echten Handschmeichler. Aber ich muss zugeben, dass ich doch ein paar Minuten nach dem Batteriefach oder der Möglichkeit selbige zu wechseln, gesucht habe 😀 Zum Tausch der Batterie drückt man das von 3 kräftigen Magneten, spalt-, grat- und wackelfrei frei in Position gehaltene Bedienfeld einfach mit einer Büroklammer oder einem anderen, dünnen und länglichen Gegenstand durch das auf der Rückseite befindliche Loch nach vorne heraus. Muss man wissen – steht aber auch in der Bedienungsanleitung auf Seite 4 🙂

Auf Seite 5 wird´s ernst – jetzt kommt so langsam Strom ins Spiel —>

16 Kommentar

  1. Es ist wirklich schade, dass die USB-Buchse nicht mehr Strom liefert! Man könnte sonst über diese einen RaspberryPi betreiben und bräuchte hierfür keinen separaten Stromanschluss… So würden die Lautsprecher direkt ein gutes Stück „smarter“ werden. Das geht so zwar trotzdem noch, aber es fühlt sich direkt weniger „integriert“ an… 🙂

    • Stimmt, das ist echt ziemlich schade… RasPi, Chromecast Audio etc. – die Möglichkeiten die Tune 4 zumindest WLAN-fähig zu machen, wären ja mannigfaltig. Bis dato konnte ich meinen Chromecast Audio aber an keinem Speaker mit USB-Ausgang (egal wie leistungsstark, teuer, mit Akku oder ohne) ohne massive Störgeräusche(!) zum Laufen bekommen. Mit externer Stromquelle kein Problem – aber am systemeigenen USB-Anschluss eine Katastrophe! Das hatte ich mir definitiv anders vorgestellt :/

      Vielen Dank und viele Grüße,
      Der Junkie

      • Ach? Das ist auf jeden Fall eine interessante Info! Vielen Dank dafür! 🙂

        Ich bin nämlich grade auf der Suche nach einem solchen System, bei dem ich meinen RasPi direkt betreiben kann. Wenn allerdings der Chromecast Audio mit allen systemeigenen USB-Anschlüssen Probleme hat, befürchte ich, dass auch der RaspberryPi – der ja auch durchaus penibel sein kann, was die Stromzufuhr angeht – sich da vielleicht querstellen könnte.

        Vielleicht sollte ich dieses Kriterium streichen? Wäre ja auch nicht soo tragisch, eine zweite Steckdose zu benötigen. Darf ich noch kurz fragen, mit welchen Lautsprechern Sie neben den XTZ diese Erfahrungen gesammelt haben? 🙂

        • Ja, das hat mich auch überrascht und meine Pläne torpediert :/ Glaube auch nicht, dass es an meinem Chromecast Audio liegt – das Phänomen ist ja bei mehreren Speakern aufgetaucht. Ich versuch mal zu resümieren, welche Speaker ich getestet hab: JBL Charge 2+, harman/kardon Onyx Studio 2, Saxx AS30, Auluxe MB1 & Z2, Libratone Zipp Wlan. Wenn ich keinen vergessen hab, dürfte es das gewesen sein 😉 Alles mit dem selben Ergebnis: Strom für den CCA über USB und Audio über Klinke gibt nur Probleme.

          Zu Deiner Idee mit dem Pi: Das würde ich vergessen. Der Pi braucht ja bis zu 2,5 Ampere je nach Belastung – und das wird Dir kein Lautsprecherhersteller in sein System einbauen. Die Qualität der Stromwandler, die in den Systemen eingebaut ist, scheint auch nicht von allzu hoher Güte zu sein, sodass die Chance, sich den Pi zu zerschießen sicher nicht ohne ist. Lieber ne ordentliche 2,5 Ampere „Wandwarze“ nehmen und auf der sicheren Seite bleiben.

          Freut mich auf jeden Fall, wenn Dir meine Erfahrungen weiterhelfen konnten 🙂

          Vielen Dank und viele Grüße,
          Maik
          aka „Der Junkie“

          • Ja, mit deinen Erfahrungen hast du mir auf jeden Fall geholfen! …und mich bestimmt auch vor vielen Stunden voller Ärger und Verzweiflung bewahrt! 😉

            Dankeschön und weiterhin viel Spaß und Erfolg auf der Suche nach „dem perfekten Lautsprecher“! 🙂

          • Super, das freut mich 🙂

            Wenn ich mal nen Speaker finden sollte, der stabile 2,5 Ampere bei 5 Volt raushaut und keine Störgeräusche in der Selbstversorgung des CCA produziert, wirst Du es auf jeden Fall im Test lesen!

            Dir noch viel Spaß & Erfolg bei der Umsetzung Deines Pi-Projekts – freue mich, wenn Du mal wieder vorbei schaust 🙂

            Vielen Dank und viele Grüße,
            Maik
            aka “Der Junkie”

  2. Hi zusammen, vielen Dank für den tollen Beitrag, genauso einen habe ich gesucht! Wen der Preis nicht abschreckt wird sicher seine Freude daran haben. Du schreibst dass die nicht quadratische Form der Boxen intern unerwünschte Schallreflektionen reduziert. Es ist bekannt dass die quadratische Form mit dem rechten Winkel nicht die ideale Form für Akustiker ist. Hast du hierzu nähere Informationen, eventuell auch direkt seitens XTZ? Es würde mich interessieren, wie so etwas seitens Akustiker getestet und untersucht wird. LG

    • Hallo Ben,

      danke für das Lob – freut mich, wenn Dir der Test gefällt und Du bis zum Ende durchgehalten hast 😉

      Bezüglich Deiner Frage zu der Form und der Reduzierung der Reflektionen muss ich leider passen… Das geht dann schon in Richtung Audio-Engineering und Labormessungen und ist nicht wirklich das Steckenpferd des Lautsprecher-Junkies. Ich kann mir zwar physikalische und pseudoakustische Dinge zusammenreimen – aber irgendwo hört es dann auch bei mir auf 😀 Aber wenn Du dich mal im XTZ-Forum (http://forum.xtz-deutschland.de/) umschaust, wirst Du denke ich auch hierzu Informationen finden. Alternativ auch bei Nubert im Forum (http://www.nubert-forum.de/nuforum/) nachschauen – die sind alle wesentlich audiophiler als ich 😉

      Vielen Dank & viele Grüße,
      Maik
      aka „Der Junkie“

  3. Echt interessanter Artikel und so ausführlich!! Wow.

    Ich bin seit längerem auf der Suche nach einem Bluetooth-Lautsprecher, den ich mit meinem Netzwerkplayer verbinden kann. Werde mit diesen Mal anschauen und vielleicht irgendwo probehören (wenn möglich). Für knapp 500 EUR klingt das ganz vernünftig. Zudem ist der von den Maßen her ganz kompakt 🙂

    • Danke für´s Lob – freut mich, dass Dir mein Testbericht gefällt 🙂 Die Tune 4 sind auf jeden Fall eine Empfehlung wert!
      Viele Grüße,
      Der Junkie

  4. Super, bin voll begeistert. Endlich haben die Töne die richtige raumfüllende Tiefe. Bass und Helligkeit sind einzeln regelbar und stimmen einfach auf den Punkt genau so wie es sein soll. Wer weniger Bass möchte oder nicht soviel ausgeben möchte, der kann sich die Creative Inspire T12 Lautsprecher einmal anschauen.
    Diese haben wir am PC meiner Frau und diese sind auch sehr gut!

  5. Ein wirklich grandioser und ausführlicher Beitrag!
    Ich schätze, dass ich diese Lautsprecher mal in naher Zukunft ausprobieren werde.

    • Vielen Dank für das Lob – gab wahrlich ne Menge zu Schreiben zu den Schweden 😉 Viel Spaß beim selber Testen – ich denke Du wirst nicht enttäuscht sein…
      Grüße,
      Der Junkie

  6. Mein Onkel möchte sein Auto mit der neuen Audio Anlage ausstatten und möchte nun die Hohlräume irgendwie ausfüllen, dass das Klirren bei voller Lautstärke auch verschwindet. Ich denke da wird das beste sein es mit Schaumstoff zu versehen. Danke für den tollen Blog Artikel!

  7. Hallo, ich habe mir ein paar richtig gute Lautsprecher angelegt. Nun bin ich umgezogen und habe festgestellt, dass die Audioqualität in diesen Räumen verschlechtert hat. Was kann ich machen, dass es nicht so hallt. Die Lautsprecher haben schließlich kein Mikrofon eingebaut. Vielen Dank für den super Blog!

  8. Ich habe deinen Blog gerade erst entdeckt, aber schon nach den ersten paar Zeilen hat mich dein Schreibstil gepackt. So frisch und modern und trotzdem informativ. Vielen Dank für den tollen Beitrag.
    LG Winni

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