Schön schräge Schweden – XTZ Tune 4 im Test

DSP Software / Schaumstoff-Elemente

Die Dirac Audio Processor Software ist bei bestimmten Szenarios also ein nicht zu unterschätzendes “Schmankerl”. Je nach Gerät und Audioquelle kann man dem ohnehin schon guten Klang der Tune 4 noch das gewisse Etwas verleihen und eventuelle Reflektionen ausmerzen oder bestimmte Frequenzbereiche anheben oder outsourcen.
Der XTZ Player für iOS und Android ist im jeweiligen Appstore kostenfrei erhältlich – die Mac & Windows-Version der Dirac DAP Software gibt es zum Download direkt bei XTZ im Support-Bereich.
Für die Dirac DAP Software unter Win & Mac benötigt Ihr dann auch die anfangs erwähnte Lizenznummer und müsst Euch zur Nutzung der Software mit Email-Adresse und eben dieser Nummer registrieren.

Nachdem dies geschehen ist, müsst Ihr die Audio-Ausgabe in den Audio-Einstellungen Eures Rechners auf die gerade installierte Dirac-DSP Software “umbiegen” (Dirac also zum Standardgerät für die Ausgabe machen) und in der Dirac-Software selber dann den Ausgang, an dem die Tune 4 angeschlossen sind, auswählen. Die Dirac-Software wird also quasi dazwischen geschaltet und kann auch deaktiviert werden, ohne dass man wieder in die Audio-Einstellungen müsste.

Hierbei ist es auch egal, ob die Tune 4 mit einem physikalischen oder dem Bluetooth® “Ausgang” des Rechners (so vorhanden) verbunden sind – einfach in der Dirac Software als Ausgang auswählen und schon ist man “ready to go”.

Die 6 zur Verfügung stehenden und explizit auf die Tune 4 zugeschnittenen DSP-Kurven, erledigen den Job auch wirklich vorbildlich und modifizieren das über die Speaker ausgegebene Material den Wünschen und Aufstellorten entsprechend.

Zur Wirkungsweise der einzelnen Presets zitiere ich hier einfach mal die Bedienungsanleitung:

  • Reference: Dieser Preset sorgt für einen linearen Frequenzgang.
  • On Wall: Dieser Preset korrigiert die akustischen Einflüsse einer wandnahen Aufstellung.
  • On Desk: Dieser Preset korrigiert die akustischen Einflüsse einer Aufstellung auf dem Schreibtisch.
  • Bright (2.1): Dieser Preset lässt die Tune 4 unterhalb von 80 Hz im Pegel abfallen und sorgt somit für eine optimale Einbindung eines Subwoofers. Zudem kann so ein höhenbetonter Frequenzgang erzeugt werden.
  • Boost 1: Dieser Preset hebt den Bassbereich sowie den Hochtonbereich dezent an und sorgt somit bei geringeren Pegeln für eine gehörrichtige Wiedergabe.
  • Boost 2: Dieser Preset hebt den Bassbereich, sowie den Hochtonbereich, deutlich an und eignet sich daher insbesondere bei niedrigen Pegeln.

Die einzelnen Presets können je Kanal auch noch in Gain und Timing eingestellt werden. Steht bei Euch also einer der beiden Tune 4 Lautsprecher etwas weiter weg oder etwas weiter außerhalb Eurer Liebling-Hörposition, kann sowohl die Lautstärke, als auch die zeitliche Verzögerung der beiden Speaker darauf angepasst werden. Selbiges gilt übrigens auch für die Gesamtverstärkung durch die Presets über beide Kanäle in den Grundeinstellungen der Software.

Wenn man die Dirac-DSP Software nicht nutzen kann oder möchte, aber eher den dumpfen und präzisen Klang einer geschlossenen Lautsprecherbox mag, kann die beiden beiliegenden Schaumstoff-Elemente in die Bassreflex-Schlitze auf der Rückseite der beiden Tune 4 Lautsprecherboxen stopfen und somit die Charakteristik von Bassreflex, auf die eines geschlossenen Systems ändern. As simple as that – hatte ich aber glaube ich schon mal erwähnt… 😀

XTZ Tune 4 (48)
Bassport Schaumstoff-Stöpsel – simpel aber effektiv!
SUB OUT

Zwar produzieren die Tune 4 für ihr Gehäusevolumen schon ein recht kräftiges und solides Bass-Fundament ohne sonderlich starke Port-Turbulenzen, aber es gibt Situationen (und Songs) da muss es einfach etwas mehr und etwas anders sein. Bassbombs bis tief in den Keller kann das System naturgemäß nicht so voluminös darstellen, wie ich es manchmal “brauche”. Da müssen auch mal die Wände wackeln und das Geschirr im Schrank um sein Leben fürchten.

Hierfür steht uns aber zum Glück ein dedizierter Cinch-Ausgang zum Anschluss eines aktiven Subwoofers zur Verfügung. Während der Ausgang ohne Software-Korrektur nur “mitläuft” und dem Subwoofer die Arbeit der dargestellten Frequenzen überlässt, kann man bei Einsatz der DSP-Software das Profil “Bright 2.1” wählen. Hierbei werden die Frequenzen unterhalb von 80 Hz quasi abgetrennt und alleinig auf den Sub-Out geschickt. Vorteil: Der 4” Mehrbereichs-Treiber muss sich nicht mehr um die anstrengenden und energieintensiven Maximal-Auslenkungen der Membran kümmern, sondern kann sich auf die Wiedergabe des feineren Oberbasses und der Mitten konzentrieren. Ohne die ultra-tiefen Töne klingen die übrigen Frequenzen nochmals kraftvoller und der Maximalpegel steigt.

So langsam kommen wir dann auch „schon“ zum Ende des Tests – auf Seite 8 lest Ihr mein persönliches Fazit zu den XTZ Tune 4 , natürlich inkl. Loben & Meckern 😉 —>

16 Kommentar

  1. Es ist wirklich schade, dass die USB-Buchse nicht mehr Strom liefert! Man könnte sonst über diese einen RaspberryPi betreiben und bräuchte hierfür keinen separaten Stromanschluss… So würden die Lautsprecher direkt ein gutes Stück „smarter“ werden. Das geht so zwar trotzdem noch, aber es fühlt sich direkt weniger „integriert“ an… 🙂

    • Stimmt, das ist echt ziemlich schade… RasPi, Chromecast Audio etc. – die Möglichkeiten die Tune 4 zumindest WLAN-fähig zu machen, wären ja mannigfaltig. Bis dato konnte ich meinen Chromecast Audio aber an keinem Speaker mit USB-Ausgang (egal wie leistungsstark, teuer, mit Akku oder ohne) ohne massive Störgeräusche(!) zum Laufen bekommen. Mit externer Stromquelle kein Problem – aber am systemeigenen USB-Anschluss eine Katastrophe! Das hatte ich mir definitiv anders vorgestellt :/

      Vielen Dank und viele Grüße,
      Der Junkie

      • Ach? Das ist auf jeden Fall eine interessante Info! Vielen Dank dafür! 🙂

        Ich bin nämlich grade auf der Suche nach einem solchen System, bei dem ich meinen RasPi direkt betreiben kann. Wenn allerdings der Chromecast Audio mit allen systemeigenen USB-Anschlüssen Probleme hat, befürchte ich, dass auch der RaspberryPi – der ja auch durchaus penibel sein kann, was die Stromzufuhr angeht – sich da vielleicht querstellen könnte.

        Vielleicht sollte ich dieses Kriterium streichen? Wäre ja auch nicht soo tragisch, eine zweite Steckdose zu benötigen. Darf ich noch kurz fragen, mit welchen Lautsprechern Sie neben den XTZ diese Erfahrungen gesammelt haben? 🙂

        • Ja, das hat mich auch überrascht und meine Pläne torpediert :/ Glaube auch nicht, dass es an meinem Chromecast Audio liegt – das Phänomen ist ja bei mehreren Speakern aufgetaucht. Ich versuch mal zu resümieren, welche Speaker ich getestet hab: JBL Charge 2+, harman/kardon Onyx Studio 2, Saxx AS30, Auluxe MB1 & Z2, Libratone Zipp Wlan. Wenn ich keinen vergessen hab, dürfte es das gewesen sein 😉 Alles mit dem selben Ergebnis: Strom für den CCA über USB und Audio über Klinke gibt nur Probleme.

          Zu Deiner Idee mit dem Pi: Das würde ich vergessen. Der Pi braucht ja bis zu 2,5 Ampere je nach Belastung – und das wird Dir kein Lautsprecherhersteller in sein System einbauen. Die Qualität der Stromwandler, die in den Systemen eingebaut ist, scheint auch nicht von allzu hoher Güte zu sein, sodass die Chance, sich den Pi zu zerschießen sicher nicht ohne ist. Lieber ne ordentliche 2,5 Ampere „Wandwarze“ nehmen und auf der sicheren Seite bleiben.

          Freut mich auf jeden Fall, wenn Dir meine Erfahrungen weiterhelfen konnten 🙂

          Vielen Dank und viele Grüße,
          Maik
          aka „Der Junkie“

          • Ja, mit deinen Erfahrungen hast du mir auf jeden Fall geholfen! …und mich bestimmt auch vor vielen Stunden voller Ärger und Verzweiflung bewahrt! 😉

            Dankeschön und weiterhin viel Spaß und Erfolg auf der Suche nach „dem perfekten Lautsprecher“! 🙂

          • Super, das freut mich 🙂

            Wenn ich mal nen Speaker finden sollte, der stabile 2,5 Ampere bei 5 Volt raushaut und keine Störgeräusche in der Selbstversorgung des CCA produziert, wirst Du es auf jeden Fall im Test lesen!

            Dir noch viel Spaß & Erfolg bei der Umsetzung Deines Pi-Projekts – freue mich, wenn Du mal wieder vorbei schaust 🙂

            Vielen Dank und viele Grüße,
            Maik
            aka “Der Junkie”

  2. Hi zusammen, vielen Dank für den tollen Beitrag, genauso einen habe ich gesucht! Wen der Preis nicht abschreckt wird sicher seine Freude daran haben. Du schreibst dass die nicht quadratische Form der Boxen intern unerwünschte Schallreflektionen reduziert. Es ist bekannt dass die quadratische Form mit dem rechten Winkel nicht die ideale Form für Akustiker ist. Hast du hierzu nähere Informationen, eventuell auch direkt seitens XTZ? Es würde mich interessieren, wie so etwas seitens Akustiker getestet und untersucht wird. LG

    • Hallo Ben,

      danke für das Lob – freut mich, wenn Dir der Test gefällt und Du bis zum Ende durchgehalten hast 😉

      Bezüglich Deiner Frage zu der Form und der Reduzierung der Reflektionen muss ich leider passen… Das geht dann schon in Richtung Audio-Engineering und Labormessungen und ist nicht wirklich das Steckenpferd des Lautsprecher-Junkies. Ich kann mir zwar physikalische und pseudoakustische Dinge zusammenreimen – aber irgendwo hört es dann auch bei mir auf 😀 Aber wenn Du dich mal im XTZ-Forum (http://forum.xtz-deutschland.de/) umschaust, wirst Du denke ich auch hierzu Informationen finden. Alternativ auch bei Nubert im Forum (http://www.nubert-forum.de/nuforum/) nachschauen – die sind alle wesentlich audiophiler als ich 😉

      Vielen Dank & viele Grüße,
      Maik
      aka „Der Junkie“

  3. Echt interessanter Artikel und so ausführlich!! Wow.

    Ich bin seit längerem auf der Suche nach einem Bluetooth-Lautsprecher, den ich mit meinem Netzwerkplayer verbinden kann. Werde mit diesen Mal anschauen und vielleicht irgendwo probehören (wenn möglich). Für knapp 500 EUR klingt das ganz vernünftig. Zudem ist der von den Maßen her ganz kompakt 🙂

    • Danke für´s Lob – freut mich, dass Dir mein Testbericht gefällt 🙂 Die Tune 4 sind auf jeden Fall eine Empfehlung wert!
      Viele Grüße,
      Der Junkie

  4. Super, bin voll begeistert. Endlich haben die Töne die richtige raumfüllende Tiefe. Bass und Helligkeit sind einzeln regelbar und stimmen einfach auf den Punkt genau so wie es sein soll. Wer weniger Bass möchte oder nicht soviel ausgeben möchte, der kann sich die Creative Inspire T12 Lautsprecher einmal anschauen.
    Diese haben wir am PC meiner Frau und diese sind auch sehr gut!

  5. Ein wirklich grandioser und ausführlicher Beitrag!
    Ich schätze, dass ich diese Lautsprecher mal in naher Zukunft ausprobieren werde.

    • Vielen Dank für das Lob – gab wahrlich ne Menge zu Schreiben zu den Schweden 😉 Viel Spaß beim selber Testen – ich denke Du wirst nicht enttäuscht sein…
      Grüße,
      Der Junkie

  6. Mein Onkel möchte sein Auto mit der neuen Audio Anlage ausstatten und möchte nun die Hohlräume irgendwie ausfüllen, dass das Klirren bei voller Lautstärke auch verschwindet. Ich denke da wird das beste sein es mit Schaumstoff zu versehen. Danke für den tollen Blog Artikel!

  7. Hallo, ich habe mir ein paar richtig gute Lautsprecher angelegt. Nun bin ich umgezogen und habe festgestellt, dass die Audioqualität in diesen Räumen verschlechtert hat. Was kann ich machen, dass es nicht so hallt. Die Lautsprecher haben schließlich kein Mikrofon eingebaut. Vielen Dank für den super Blog!

  8. Ich habe deinen Blog gerade erst entdeckt, aber schon nach den ersten paar Zeilen hat mich dein Schreibstil gepackt. So frisch und modern und trotzdem informativ. Vielen Dank für den tollen Beitrag.
    LG Winni

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