Schön schräge Schweden – XTZ Tune 4 im Test

Fazit

Für 480 Euro (zzgl. 5-13 Euro Versand) erhält man mit den XTZ Tune 4 Bluetooth® Stereo Speakern ein wirklich schönes und nahezu perfekt verarbeitetes Lautsprecher-Pärchen mit effektiver DSP Software im Lieferumfang. Die ungewöhnliche Form, die solide Bauweise, die hübsche Fernbedienung und der ausgewogene Klang trösten über die kleinen Mängel wie die merkwürdige USB-Buchse, den fehlenden USB-DAC und die leicht kippelige 3-Bein Aufstellung hinweg. Dass die mobile DSP Software für iOS nur lokal gespeicherte Titel verfeinern kann, bringt keinen signifikanten Punktabzug – das ist lizenztechnisch wohl nicht anders zu regeln. Auf andere Weise und auf anderen Systemen funktioniert dies hingegen tadellos.

Insgesamt vergibt der Lautsprecher-Junkie für die Tune 4 Bluetooth® Stereo Speaker von XTZ eine Gesamtnote von 90%. Der, für das Gebotene zwar durchaus gerechtfertigte, aber immer noch recht stolze Preis, das nicht vorhandene USB-DAC, leichte bauliche und technische “Problemchen” und ein paar andere kleine Dinge trennen sie meiner Meinung nach noch von der perfekten Bewertung. Gewöhnt man sich an diese Dinge, schießen die Tune 4 auf jeden Fall den Vogel ab!

Wertung 90

Preis & Verfügbarkeit

Die Tune 4 Bluetooth® Stereo Lautsprecher sind ausschließlich über den XTZ-eigenen Webshop und deren internationale Pendants im Direktvertrieb zu beziehen. Ein Weg, den mittlerweile einige Hersteller gehen, um die Preise so niedrig und stabil wie möglich zu halten. Das Tune 4 Pärchen schlägt im XTZ-Shop mit oben erwähnten 480 429 Euro (zzgl. 5-13 10 – 26,90 Euro Versand) zu Buche und ist sowohl in der hier vorgestellten, schwarz-matten, als auch in der weiß-matten Version direkt verfügbar.

Loben
  • perfekte Verarbeitung
  • exzellente Haptik
  • außergewöhnliche Optik
  • fein differenzierter und linearer Frequenzgang
  • recht straffer Bass mit geringem Nachhall
  • insgesamt sehr natürlicher und ausgewogener Klang
  • effektive DSP Software mit div. Korrekturmöglichkeiten (Wand/Tabletop/2.1/ Bassverstärkung)
  • individuell einstellbares Gain & Timing für jeden Kanal via DSP Software
  • 3 Eingänge (1 analog / 1 digital / 1 Bluetooth®)
  • Subwoofer-Ausgang mit softwareseitiger Frequenzabspaltung
  • Charakteristik durch Schaumstoff-Stopfen änderbar (Bassreflex/geschlossen)
  • modifizierbarer Abstrahlwinkel
  • mehr als ausreichende Maximallautstärke ohne angestrengt zu wirken
  • nahezu rauschfrei
  • sehr hochwertige Fernbedienung aus Vollaluminium
  • solide Lautsprecherkabel mit Bananensteckern
Meckern
  • etwas kippelig
  • factory-default nicht lotrecht aufstellbar
  • kein Cinch Eingang
  • keine Musiksteuerung
  • keine dedizierten Tasten für den jeweiligen Eingang
  • mobile DSP Software nur für lokal gespeicherte Musik nutzbar
  • kein Streaming DSP unter iOS / Android nur via 8tracks.com
  • USB Ladeausgang etwas schwachbrüstig (250-430mA)
  • Standby Spannung USB Port 2,69-3,04 Volt
  • Kein USB-DAC – Direktanschluss Tune 4 Computer via USB nicht möglich
Ohne Wertung
  • DSP Software produziert unter WIN10 gelegentlich Fehlermeldungen (mag an meinem System liegen)
  • “einfache” Status-LEDs (Geschmacksache 😉 )
Technische Daten:
  • Lautsprecher – Typ: 2-Wege Aktivlautsprecher
  • Hochtöner: 1 x 19 mm Mehrschicht Kalottenhochtöner als Waveguide-Ausführung
  • Tiefmitteltöner: 1 x 120 mm C-Cone Mehrschicht Tiefmitteltöner
  • Verstärkereinheit: 2 x 50 W Class-D
  • Frequenzgang (+/- 3dB): 52 – 30.000 Hz
  • Impedanz: 4 – 8 Ohm
  • Eingänge Master-Box: Analog (3,5mm Klinke), Digital (S/PDIF, optisch), Bluetooth™ (4.0 mit aptX®)
  • Ausgänge Master-Box: Verbindung zur Slave-Box, Subwoofer-Ausgang (Cinch), USB-Ladeport (DC 5V, 250mA)
  • Einstellungsmöglichkeiten: Bassreflex / Geschlossen (1 Bassreflexrohr), 6 DSP-Kurven über Dirac-Audio Processor-DSP-Software (Kostenlos für Windows, OS X, iOS, Android)
  • Abmessungen (B x H x T): 140 x 252 x 180 mm
  • Gewicht: 6,6 kg / Paar
  • Farben: Schwarz Matt, Weiß Matt
  • Garantie: Chassis: 5 Jahre, Elektronik: 2 Jahre
  • Anzahl: 1 Paar
  • Beiliegendes Zubehör: 2,5mm² Lautsprecherkabel mit Bananensteckern (3m), optisches Kabel (2m), 3,5mm Klinke Kabel (1m), Netzkabel (1,5m), Vollaluminium Fernbedienung
An dieser Stelle möchte ich mich bei der Firma XTZ-DEUTSCHLAND (Berthold Daubner und Jens Hörmann GbR) für das zur Verfügung gestellte Tune 4 Test-Sample herzlich bedanken! Danke 🙂

Auf Seite 9 findet Ihr noch das angesprochene Lexikon. Falls Ihr bis hierher durchgehalten habt, ziehe ich meinen Hut und danke ich Euch für Eure Aufmerksamkeit! Ich würde mich freuen, Euch bald mal wieder hier begrüßen zu dürfen —>

16 Kommentar

  1. Es ist wirklich schade, dass die USB-Buchse nicht mehr Strom liefert! Man könnte sonst über diese einen RaspberryPi betreiben und bräuchte hierfür keinen separaten Stromanschluss… So würden die Lautsprecher direkt ein gutes Stück „smarter“ werden. Das geht so zwar trotzdem noch, aber es fühlt sich direkt weniger „integriert“ an… 🙂

    • Stimmt, das ist echt ziemlich schade… RasPi, Chromecast Audio etc. – die Möglichkeiten die Tune 4 zumindest WLAN-fähig zu machen, wären ja mannigfaltig. Bis dato konnte ich meinen Chromecast Audio aber an keinem Speaker mit USB-Ausgang (egal wie leistungsstark, teuer, mit Akku oder ohne) ohne massive Störgeräusche(!) zum Laufen bekommen. Mit externer Stromquelle kein Problem – aber am systemeigenen USB-Anschluss eine Katastrophe! Das hatte ich mir definitiv anders vorgestellt :/

      Vielen Dank und viele Grüße,
      Der Junkie

      • Ach? Das ist auf jeden Fall eine interessante Info! Vielen Dank dafür! 🙂

        Ich bin nämlich grade auf der Suche nach einem solchen System, bei dem ich meinen RasPi direkt betreiben kann. Wenn allerdings der Chromecast Audio mit allen systemeigenen USB-Anschlüssen Probleme hat, befürchte ich, dass auch der RaspberryPi – der ja auch durchaus penibel sein kann, was die Stromzufuhr angeht – sich da vielleicht querstellen könnte.

        Vielleicht sollte ich dieses Kriterium streichen? Wäre ja auch nicht soo tragisch, eine zweite Steckdose zu benötigen. Darf ich noch kurz fragen, mit welchen Lautsprechern Sie neben den XTZ diese Erfahrungen gesammelt haben? 🙂

        • Ja, das hat mich auch überrascht und meine Pläne torpediert :/ Glaube auch nicht, dass es an meinem Chromecast Audio liegt – das Phänomen ist ja bei mehreren Speakern aufgetaucht. Ich versuch mal zu resümieren, welche Speaker ich getestet hab: JBL Charge 2+, harman/kardon Onyx Studio 2, Saxx AS30, Auluxe MB1 & Z2, Libratone Zipp Wlan. Wenn ich keinen vergessen hab, dürfte es das gewesen sein 😉 Alles mit dem selben Ergebnis: Strom für den CCA über USB und Audio über Klinke gibt nur Probleme.

          Zu Deiner Idee mit dem Pi: Das würde ich vergessen. Der Pi braucht ja bis zu 2,5 Ampere je nach Belastung – und das wird Dir kein Lautsprecherhersteller in sein System einbauen. Die Qualität der Stromwandler, die in den Systemen eingebaut ist, scheint auch nicht von allzu hoher Güte zu sein, sodass die Chance, sich den Pi zu zerschießen sicher nicht ohne ist. Lieber ne ordentliche 2,5 Ampere „Wandwarze“ nehmen und auf der sicheren Seite bleiben.

          Freut mich auf jeden Fall, wenn Dir meine Erfahrungen weiterhelfen konnten 🙂

          Vielen Dank und viele Grüße,
          Maik
          aka „Der Junkie“

          • Ja, mit deinen Erfahrungen hast du mir auf jeden Fall geholfen! …und mich bestimmt auch vor vielen Stunden voller Ärger und Verzweiflung bewahrt! 😉

            Dankeschön und weiterhin viel Spaß und Erfolg auf der Suche nach „dem perfekten Lautsprecher“! 🙂

          • Super, das freut mich 🙂

            Wenn ich mal nen Speaker finden sollte, der stabile 2,5 Ampere bei 5 Volt raushaut und keine Störgeräusche in der Selbstversorgung des CCA produziert, wirst Du es auf jeden Fall im Test lesen!

            Dir noch viel Spaß & Erfolg bei der Umsetzung Deines Pi-Projekts – freue mich, wenn Du mal wieder vorbei schaust 🙂

            Vielen Dank und viele Grüße,
            Maik
            aka “Der Junkie”

  2. Hi zusammen, vielen Dank für den tollen Beitrag, genauso einen habe ich gesucht! Wen der Preis nicht abschreckt wird sicher seine Freude daran haben. Du schreibst dass die nicht quadratische Form der Boxen intern unerwünschte Schallreflektionen reduziert. Es ist bekannt dass die quadratische Form mit dem rechten Winkel nicht die ideale Form für Akustiker ist. Hast du hierzu nähere Informationen, eventuell auch direkt seitens XTZ? Es würde mich interessieren, wie so etwas seitens Akustiker getestet und untersucht wird. LG

    • Hallo Ben,

      danke für das Lob – freut mich, wenn Dir der Test gefällt und Du bis zum Ende durchgehalten hast 😉

      Bezüglich Deiner Frage zu der Form und der Reduzierung der Reflektionen muss ich leider passen… Das geht dann schon in Richtung Audio-Engineering und Labormessungen und ist nicht wirklich das Steckenpferd des Lautsprecher-Junkies. Ich kann mir zwar physikalische und pseudoakustische Dinge zusammenreimen – aber irgendwo hört es dann auch bei mir auf 😀 Aber wenn Du dich mal im XTZ-Forum (http://forum.xtz-deutschland.de/) umschaust, wirst Du denke ich auch hierzu Informationen finden. Alternativ auch bei Nubert im Forum (http://www.nubert-forum.de/nuforum/) nachschauen – die sind alle wesentlich audiophiler als ich 😉

      Vielen Dank & viele Grüße,
      Maik
      aka „Der Junkie“

  3. Echt interessanter Artikel und so ausführlich!! Wow.

    Ich bin seit längerem auf der Suche nach einem Bluetooth-Lautsprecher, den ich mit meinem Netzwerkplayer verbinden kann. Werde mit diesen Mal anschauen und vielleicht irgendwo probehören (wenn möglich). Für knapp 500 EUR klingt das ganz vernünftig. Zudem ist der von den Maßen her ganz kompakt 🙂

    • Danke für´s Lob – freut mich, dass Dir mein Testbericht gefällt 🙂 Die Tune 4 sind auf jeden Fall eine Empfehlung wert!
      Viele Grüße,
      Der Junkie

  4. Super, bin voll begeistert. Endlich haben die Töne die richtige raumfüllende Tiefe. Bass und Helligkeit sind einzeln regelbar und stimmen einfach auf den Punkt genau so wie es sein soll. Wer weniger Bass möchte oder nicht soviel ausgeben möchte, der kann sich die Creative Inspire T12 Lautsprecher einmal anschauen.
    Diese haben wir am PC meiner Frau und diese sind auch sehr gut!

  5. Ein wirklich grandioser und ausführlicher Beitrag!
    Ich schätze, dass ich diese Lautsprecher mal in naher Zukunft ausprobieren werde.

    • Vielen Dank für das Lob – gab wahrlich ne Menge zu Schreiben zu den Schweden 😉 Viel Spaß beim selber Testen – ich denke Du wirst nicht enttäuscht sein…
      Grüße,
      Der Junkie

  6. Mein Onkel möchte sein Auto mit der neuen Audio Anlage ausstatten und möchte nun die Hohlräume irgendwie ausfüllen, dass das Klirren bei voller Lautstärke auch verschwindet. Ich denke da wird das beste sein es mit Schaumstoff zu versehen. Danke für den tollen Blog Artikel!

  7. Hallo, ich habe mir ein paar richtig gute Lautsprecher angelegt. Nun bin ich umgezogen und habe festgestellt, dass die Audioqualität in diesen Räumen verschlechtert hat. Was kann ich machen, dass es nicht so hallt. Die Lautsprecher haben schließlich kein Mikrofon eingebaut. Vielen Dank für den super Blog!

  8. Ich habe deinen Blog gerade erst entdeckt, aber schon nach den ersten paar Zeilen hat mich dein Schreibstil gepackt. So frisch und modern und trotzdem informativ. Vielen Dank für den tollen Beitrag.
    LG Winni

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