RAIKKO earGRIND Headset-Kopfhörer – Getestet

Tja, eins muss ich sagen: Der Blogger-Support von RAIKKO ist erstklassig. Kaum hatte ich den Wunsch geäußert den RAIKKO earGRIND testen zu wollen war er auch schon da. An dieser Stelle schon mal vielen Dank an Kathrin und das gesamte RAIKKO-Team. Da ich ja schon einige Produkte von RAIKKO habe testen dürfen, war ich auch beim earGRIND sehr gespannt. Und ich wurde nicht enttäuscht – soviel kann ich vorgreifen. Das Teil hat ordentlich Bumms – für knapp 30 Euro echt erstaunlich.

RAIKKO earGRIND
Verpackung

Anders als meine bisherigen Produkte von RAIKKO kommt der earGRIND in einer schwarz/roten Pappschachtel mit Sichtfenster. Das sieht schon mal nicht schlecht aus. OK, der Druck ist an manchen Stellen etwas undeutlich, aber hierbei handelt es sich ja um ein ganz neues Produkt – da wird sicher irgendwann noch nachgebessert.

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist recht überschaubar. Neben dem eigentlichen Kopfhörer findet man ein 1,5m langes Verlängerungskabel, welches das mit knapp 30cm absichtlich recht kurze Anschlusskabel auf stattliche 1,8 Meter verlängert und die Bedienungsanleitung im gewohnten RAIKKO-Design. Ich hatte ja noch auf so eine Transporttasche im RAIKKO-typischen Netzmaterial gehofft – aber das war bei dem günstigen Preis wohl nicht mehr drin. Ist aber auch zu verschmerzen, denn Kopfhörer gehören schließlich auf die Ohren (den Kopf) und nicht irgendwie verpackt in den Rucksack.

Erster Eindruck/Verarbeitung

Der erste Eindruck ist überwiegend positiv. Alles ist recht sauber verarbeitet, die schwarzen Oberflächen sind matt und fühlen sich leicht gummiert an. Die Metallapplikationen auf den Ohrhörern ergeben mit dem schwarz/orange einen netten Kontrast. Mit 135g ist der earGRIND angenehm leicht, sitzt mit seinen knapp 7cm durchmessenden Ohrpolstern sauber auf den Ohren und schirmt externe Geräusche einigermaßen gut ab. Die Ohrpolster sind zweifarbig gehalten, wobei das orange Material seeehr dünn wirkt. Bleibt zu hoffen, dass das Material hier auf Dauer nicht reißt und für das erste Problem sorgt. Denn austauschbar scheinen die Ohrpolster nicht zu sein.

Seitenansicht Ohrmuscheln mit Metallapplikationen und RAIKKO-Logo
Detailansicht Ohrpolster / Metallbügel


Ohrpolster - Durchmesser außen: 7cm - innen: 3,5cm

Der Kopfbügel misst an seiner breitesten Stelle 3,8cm und ist leider nicht gepolstert. Auf der Oberseite des Kopfbügels ist schwarzes, lederähnliches Kunststoff-Material (Skai?) verarbeitet – die Innenseite kontrastiert im leuchtendem Orange. An den Rändern ist der Bügel mit einer schwarzen “Ziernaht” versehen, die dem einen oder anderen vielleicht ein wenig zu “billig” aussehen könnte. Aber das ist bekanntlich Geschmackssache.

Kopfbügel mit "Ziernaht"

Verbunden sind Bügel und Ohrmuscheln durch verchromte Metallbügel. Diese sorgen dafür, dass die Ohrmuscheln ca. 3cm nach oben und unten gleiten und ca. 70 Grad geneigt werden können. Leider gibt es keine Arretierung, so dass die Idealeinstellung von Zeit zu Zeit korrigiert werden muss.

Ohrpolster und Größen-Einstellung

Bei allen Kopfhörern finde ich die Verarbeitung der Kabel mit eines der wichtigsten Aspekte. Beim earGRIND greift RAIKKO erfreulicherweise auf ein Kabel zurück, welches von einem Nylon-Gewebe umschlossen ist und somit optisch und haptisch sehr angenehm ist. Der 4polige 3,5mm Klinkenstecker ist vergoldet und weist das RAIKKO Logo auf. Selbiges findet man bei dem 1,5m messenden Verlängerungskabel – vergoldete Stecker und Buchse sowie robustes Nylongewebe.

1,5m Verlängerungskabel - Mit Nylon-Gewebe ummantelt

Angebracht ist das Anschlusskabel an der linken Hörmuschel und verfügt in der Mitte des fest angebrachten 30cm-Stücks über eine Kabelfernbedienung mit integriertem Mikrofon und Lautstärkeregler. Diese Einheit ist mit ca. 3,5 x 1,5 x 1 cm schön klein geraten ohne dabei schlecht bedienbar zu sein. Der Lautstärkeregler ist von beiden Seiten zu bedienen und der silberne Knopf der Fernbedienung hat einen gut spürbaren Druckpunkt. Je nach “Aktivitätsgrad” und damit verbundener Bewegung klappert dieser allerdings ab und an mal… Apropos Klappern: Der Knickschutz des Anschlusskabels an der Hörmuschel scheint etwas zu groß dimensioniert zu sein, wodurch sich das Kabel leider in diesem Knickschutz hin und her bewegen kann. Resultat: Kabelgeräusche auf der linken Seite. Hier kann man sich aber leicht mit ein wenig “Füllmaterial” behelfen und den Geräuschen Herr werden.

Anschlusskabel mit Fernbedienung/Mikrofon und Verlängerungskabel
Kabelfernbedienung mit Mikrofon und Lautstärkeregler
Klang

Beim Klang spare ich mir auch diesmal sämtliche audiophilen Ergüsse denn der RAIKKO earGRIND ist dafür gemacht Euch unterwegs und auch zu Hause ordentlich Druck auf die Trommelfelle zu geben und gleichzeitig noch als Headset zu fungieren. Dabei leisten die beiden 40mm Lautsprecher mit maximal 110dB und einem Frequenzbereich von 20-20000 Hz recht gute Arbeit. Der Bass ist gut spürbar und omnipräsent. Generell ist die Abstimmung vielleicht ein klein wenig zu dumpf und bassorientiert geworden denn die mittleren Frequenzen wie Stimme & Co. fransen bei entsprechender Lautstärke leicht aus und die Höhen kommen etwas zu kurz. Dadurch wirken sie ein wenig zu dünn mit leichter Tendenz zum zischen. Nicht sonderlich unangenehm, aber hörbar. Gerade bei Musik der etwas härteren Gangart (Betontod mit “Gasolin”, “Mit Vollgas durch die Hölle” oder Troopers mit “Verrückt genau wie wir” etc.) kann da schon mal ein undifferenzierter Sound-Brei bei raus kommen. Elektronische Musik wie Röyksopp´s “What else ist there?”, “Poor Leno” oder “This must be it” oder das altbekannte “Vi Sitter I Ventrilo Och Spelar Dota” von Basshunter kommen da schon ein wesentlich klarer, differenzierter und gewaltiger rüber. Auch “Vivi nell´ Aria” von Gabry Ponte feat. Miani kann mit gutem Grundbumms und recht guter Differenzierung überzeugen. Das mag an den sicher etwas cleaneren Frequenzgängen elektronischer Musik liegen. Ganz raus aus dem dumpfen Keller kommen die earGRIND aber auch hier leider nicht. Bei Erstellung dieses Tests habe ich keine Veränderungen am Sound durch irgendwelche Equalizer-Einstellungen vorgenommen, denn es geht ja um den reinen Sound des RAIKKO earGRIND. Dass Ihr durch Equalizer, DBB & Co. den Klang Euren Hörgewohnheiten anpassen könnt, ist ja sowieso jedem klar. Als Zuspieler dienten ein iPod touch 2g, ein iPhone 4, ein Galaxy S2 sowie ein HP625 Notebook.

Ganz klar muss Euch übrigens auch folgendes sein – schon ab relativ gemäßigter Lautstärke bekommt Euer Gegenüber in der Bahn mit, was ihr da hört. Das ist normal bei Kopfhörern dieser Bauart und hat mich bis dato immer davon abgehalten offene, oder halboffene Systeme zu benutzen. Und das wird sich auch durch die earGRIND von RAIKKO nicht ändern. Ich bin halt bekennender “In-Ear-Kopfhörer”-Benutzer 😉 Zum einen wegen der besseren Transporteigenschaften und zum anderen wegen der sehr guten Abschirmung nach Außen. Dass In-Ear Systeme heute schon ohne weiteres an “große” Kopfhörer heran kommen oder sogar überholen, hat der Test der Teufel Aureol Groove auf beeindruckende Art und Weise gezeigt. Wer aber gerne (wie das mittlerweile anscheinend wieder in Mode kommt) seine Kopfhörer als Modeaccessoire und Schmuck trägt, sollte sich die earGRIND von RAIKKO auf jeden Fall mal ansehen und -hören.

Headset

Dass die earGRIND auch als kabelgebundenes Headset fungieren können ist ein cleveres Zusatzfeature. Endlich muss man nicht mehr den Kopfhörer absetzen um Anrufe zu beantworten oder tätigen zu können. Die Gesprächsqualität ist auf beiden Seiten erfreulicherweise ziemlich gut. Dadurch dass sich das Mikrofon recht nah am Mund befindet und nicht irgendwo auf Bauchnabelhöhe herumbaumelt, versteht Euch euer Gesprächspartner meist sehr gut. Lediglich das gelegentliche Klappern des Rufannahme-Knopfs stört manchmal.
Die Kompatibilität der Abspiel- und Rufannahme-Funktionen zu diversen Endgeräten ist leider stark verbesserungswürdig. Ich konnte weder mit meinem iPod touch 2G noch mit meinem iPhone 4 eine vernünftige Funktion feststellen. Lediglich ein Doppelklick brachte mich in einen Schnell-Vorlauf, den ich aber via Fernbedienung nicht mehr anhalten konnte :( Das iPhone 4 mochte die earGRIND-Steuerung auch nicht. Die Abspiel-Funktionen waren ebenso unbrauchbar wie beim iPod touch und die Rufannahme funktionierte auch nicht. Määäh… Das hab ich aber anders erhofft… Ich meine – so selten sind iDevices ja nun nicht…
Dafür funktioniert die Steuerung meines Samsung Galaxy S2 hervorragend. Ein Klick und die Musik spielt – ein erneuter Klick Stoppt das ganze wieder. Ein Doppelklick bringt Euch nen Track weiter und ein Dreifachklick (glaube ich) einen Track zurück. Auch das Annehmen und Beenden eines Anrufs funktioniert auf Android-Geräten ohne Probleme.
Leider ist die Kompatibilität und die Bedienung mit Klick-Reihenfolge der earGRIND nirgends dokumentiert. Schade – das sollte nachgebessert werden.

Einsatz mit dem RAIKKO Bluetooth Audio Adapter BT-01

Als Zubehör zu den earGRIND preist RAIKKO den Bluetooth Audio Adapter BT-01 an. Da ich selbigen ebenfalls im Test-Portfolio habe (siehe Test), konnte ich mich von der Kompatibilität ebenfalls überzeugen. Primär besteht die Kompatibilität in der Kürze des fest verbauten Kabels des earGRIND und der Trageposition des BT-01 (nämlich um den Hals). Hier stört dann kein langes Kabel, was irgendwo rumhängt, sondern man hat eine sehr gut funktionierende Einheit aus Bluetooth-Stereo Empfänger und den RAIKKO Kopfhörern. Die Soundqualität ist wie damals schon beschrieben sehr gut und in Verbindung mit den earGRIND kommt da richtig Freude auf.
Die Headset-Funktionalität des BT-01 wird aber z.B. nicht an das Mikrofon des earGRIND weiter gegeben und der Fernbedienknopf ist ohne Funktion. Trotzdem – in der genannten Art bieten die beiden Geräte von RAIKKO sicher eine interessante Option. Doch jeder andere Kopfhörer mit kurzem Kabel wird mit dem BT-01 ja auch zum Stereo-Bluetooth-Hedset-Kopfhörer. Der RAIKKO Bluetooth Audio Adapter ist aktuell für 28,95 Euro incl. Versand zu haben.

Fazit

Mit dem earGRIND hat RAIKKO eine ziemlich interessante Kopfhörer/Headset-Kombination herausgebracht, die durch ihre Stärken wie Tragekomfort, Lautstärke, Bassvolumen, Design und Preis recht gut da steht. Allerdings stehen diese Stärken auch einigen Schwächen gegenüber. Hier ist zuerst die Inkompatibilität zu Apple-Geräten zu nennen. In der heutigen Zeit für viele sicher ein No-Go. Des Weiteren spiegelt die Auswahl der Materialien und die Verarbeitung an manchen Stellen leider ein wenig den geringen Preis wieder. Das nicht jeder Musikstil in jeder Lautstärke überzeugen kann, ist ein “Problem”, dem sich viele (wenn nicht alle) Hersteller stellen müssen. Hier schafft RAIKKO mit dem earGRIND aber einen recht guten Kompromiss.
Insgesamt kann der earGRIND von RAIKKO aber auf Grund des guten Preis-Leistungsverhältnisses noch eine 2 minus abräumen und den Regler auf 70% drehen.

Falls sich in Richtung Kompatibilität zu iDevices noch eine Lösung ergeben sollte oder sich herausstellt, dass das an meinen Geräten liegt, werde ich die Wertung dementsprechend korrigieren.

Erhältlich sind die RAIKKO earGRIND unter anderem bei Amazon für 29,95 in vier Farbvarianten: schwarzrot (black berry), schwarz-orange (black orange), weiß-rot (white berry) und weiß-grün (white lemon)

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Loben
  • ordentliche Soundkulisse mit ner sehr ordentlichen Portion Bass
  • hohe Lautstärke ohne zu großartig zu verzerren
  • geringes Gewicht
  • guter Tragekomfort
  • ummanteltes, 1,5m langes Verlängerungskabel mit vergoldetem Stecker und Buchse
  • Fernbedienung und Mikrofon im Anschlusskabel integriert
  • günstiger Preis
  • ordentliche Fernbedien- und Anruf-Funktion mit Android Devices (Samsung Galaxy S2 getestet)
Meckern
  • bei manchen Musikstilen etwas dumpf
  • Höhen etwas zu wenig präsent
  • Mitten etwas zu präsent
  • Ohrpolster anscheinend nicht austauschbar
  • Fernbedienung nicht kompatibel zu iDevices (getestet mit iPhone 4, iPod touch 2G)
  • Kabelgeräusche durch zu großen Knickschutz
  • Verarbeitung an manchen Stellen ein wenig zu ökonomisch 😉
Technische Daten
  • Gewicht: 135 g
  • Membran Ø: 40 mm
  • Lautstärke: 110dB
  • Frequenzbereich: 20-20000Hz
  • Max. Eingangsleistung: 100mW
  • Impedanz: 32 Ω
  • Kabellänge: ca. 30cm (inkl. Volume/Remote Control/Mikrofon) + 1,5m Verlängerungskabel
  • Anschluss: 3.5mm Stereo-Klinke (4polig)

2 Kommentar

  1. Hallo,
    Ich habe den kopfhörer als abo- geschenk erhalten und bin recht enttäuscht. Ich habe einen MB Quart kopfhörer, der dort im werksverkauf auch mitte 30 euro gekostet hat und der ist wesentlich besser. Viel ausgewogener. Der raikko klingt dumpf und man kann kaum einzelne instrumente raushören. Ich habe verschiedene Genres und interpreten probiert, aber bei keinem war er ansprechend. Ok es wummert. Aber das ist mir zu wenig. Und er drückt, länger als ne halbe stunde werd ich den nicht tragen.

    • Hallo Wolfman,

      ich gebe Dir recht – ausgewogen ist der earGRIND nicht. Hab ich im Test aber auch geschrieben. Aber für den Preis (gerade wenn man ihn als Abo-Prämie bekommt) ist er doch nicht schlecht. Kommt halt drauf an, welche Musik man bevorzugt und wie empfindlich das Gehör (noch) ist 😉
      Un das der mit einem MB Quart aus´m Werksverkauf nicht mithalten kann, sollte einem eigentlich auch klar sein, oder? Ich weiß nicht, was der MB Quart regulär gekostet hätte (also nicht direkt ab Werk) – aber ich vermute mal, wir dass wir uns da in etwas anderen Regionen bewegt hätten…
      Als günstiger, nicht allzu schäbiger On-Ear Kopfhörer für unterwegs, wo es auch mal etwas rauer zugehen kann, ist der earGRIND aber allemal zu gebrauchen.
      Kleiner Tipp: Lass sich den Kopfhörer mal 24 Stunden mit recht hoher (nicht maximaler!) Lautstärke “einspielen” – danach ist er nicht mehr ganz so dumpf. Denke die Sicke der Membranen muss erst mal ein wenig flexibler werden.
      Bzgl. der Größe ebenfalls ein Tipp (weil ich auch nen großen Kopf habe): Man kann den Kopfbügel eigentlich recht gut biegen. Zwar liegen die Ohrmuscheln dann im entspannten Zustand nicht unbedingt mehr aufeinander auf, aber den Tragekomfort kannst Du damit ganz klar erhöhen.

      Wenn Du weitere Fragen hast – Du weiß ja wie die Kommentare hier funktionieren *lach*

      Sonnigen Tag noch…
      Der Junkie

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