Bluetooth Lautsprecher V7 Retro und V7 Cube im Doppeltest

Heute gibt es mal was besonderes: Nen Doppeltest zweier Bluetooth® Lautsprecher von V7, die der Händler AmaBay mir zur Verfügung gestellt hat. Zum einen handelt es sich um den V7 Retro Bluetooth® Stereo-Lautsprecher SP6000-BT und seinen kleinen Bruder, den V7 Cube Bluetooth® Lautsprecher SP5000-BT. Während der Retro-Speaker auf Grund seiner Größe eher für den heimischen Gebrauch ausgelegt scheint, ist der Cube-Speaker eher für den mobilen Einsatz prädestiniert. Doch fangen wir wie immer langsam an…

Verpackung / Lieferumfang

Der Retro Speaker von V7 wird in einem farbig bedruckten Pappkarton geliefert und im Inneren von 2 Schaumstoff-Formteilen in Position gehalten. Bedienungsanleitung, das 60cm lange Mini-USB-Ladekabel und das 3,5mm Klinke-Klinke Kabel (mit sage und schreibe 30cm Länge!) liegen in einer Kunststoff-Tüte dabei.

Der Cube-Speaker kommt in einer rechteckigen Kunststoff-Verpackung im GoPro-Style, in der sich sowohl der Speaker als auch ein kleiner Pappkarton mit dem Zubehör befinden. Letzteres besteht aus einem 110cm langen 3,5mm Klinke-Klinke Kabel, einem 130cm langen USB auf Micro-USB Kabel sowie der Bedienungsanleitung, Sicherheitsbestimmungen etc.

Erster Eindruck, Material, Verarbeitung & Gewicht

In Bezug auf den ersten Eindruck gibt es natürlich ordentliche Unterschiede. Sind ja auch zwei vollkommen unterschiedliche Lautsprecher. Während der SP6000-BT auf Grund seiner Form ein wenig an den Lautsprecher aus “3 Engel für Charlie” erinnert, sieht der Cube halt aus wie ein kleiner Würfel 😀

Den V7 Retro-Lautsprecher habe ich in weiß/schwarz bestellt, es gibt ihn aber auch noch komlett in schwarz. Die Kunststoff-Oberfläche des 15 x 9 x 7cm großen und 374 Gramm schweren Lautsprechers ist matt strukturiert – lediglich die schwarzen Seitenteile bestehen aus hochglänzendem Material. Das Gerät ruht auf 4 Gummipuffern, welche die Vibrationen sehr gut dämpfen, aber auch für einen etwas “wabbeligen” Stand sorgen. Auf der nach hinten abfallenden Oberseite befindet sich das Touch-Bedienpanel mit integriertem Mikrofon, sowie ein NFC-Tag. An der rechten Seite findet man den Ein-Aus-Schiebeschalter, einen 5V-USB Output, die Mini-USB-Ladebuchse sowie einen 3,5mm-Klinke Aux-Eingang. Die Vorderseite besteht aus einem mit ovalen Öffnungen versehenen Lautsprechergitter. Die Größe der Treiber lässt sich leider nur erahnen – nach meinen Schätzungen handelt es sich um zwei 2,5cm Treiber die in eine Kunststoff-Box mit Passivmembran auf der Unterseite montiert sind. Leider lässt sich der Retro nicht so leicht demontieren – deshalb ist dies nur eine Vermutung!

Den V7-SP5000-BT gibt es ebenfalls in 2 Farben – ich habe mich hier für das komplett schwarze Modell entschieden. Es gibt ihn, genau wie seinen großen Bruder, aber auch noch in schwarz/weiß. Die Oberseite des 6,7 x 6,7 x 5,9 cm großen Geräts und 234 Gramm schweren Speakers ziert ein chrom-umrahmtes schwarzes Lautsprechergitter mit V7 Logo. Nimmt man das Gitter ab (ist nur gesteckt), erlangt man einen Blick auf den knapp 4 cm durchmessenden, doppelt gelagerten Treiber. Hierbei ist der innere Teil (Membran/Sicke) aktiv angetrieben und von einer zusätzlichen Sicke umgeben. Der somit schwingend aufgehängte Treiber dient also als eine Art Passivmembran und versetzt den Cube bei tiefen Frequenzen durch das Gewicht des Metallkorbs in Schwingung.

Das ganze Gerät ist in eine Art Gummihülle gepackt, was ihm einen recht robusten Charme und eine griffige Haptik gibt. Die Bedienelemente auf der Vorderseite sind in die Gummihülle eingeprägt und beschränken sich auf das wesentliche. Auf der Rückseite befindet sich der Ein-Aus-Schiebeschlter, eine Micro-USB-Ladebuchse sowie ein 3,5mm-Klinkeneingang. Auf der Unterseite befindet sich ein recht großes Silikon-Klebepad, welches dem Cube einen sicheren Stand verschafft, aber Staub, Flusen & Co. wie magisch anzieht.

Funktionen und Bedienung

Die Bedienung des Retro Speakers geschieht wie schon gesagt über eine Touch-Leiste auf der Oberseite des Geräts. Die Funktionen Skip back, Play/Pause, Skip forward, Anruf annehmen/beenden, Bluetooth®, Lautstärke leiser und lauter werden einfach per Berührung ausgelöst und durch eine über der jeweiligen “Taste” versteckte LED signalisiert. Funktioniert wirklich hervorragend. Habt Ihr den Retro-Speaker mit einem iOS Gerät gekoppelt, seht Ihr neben dem Bluetooth® Symbol sogar den Ladezustand. Bei Android leider nicht.

//Update: Gerade hab ich noch ein witziges Feature des Retro Speakers entdeckt. Die Play/Pause Taste hat im kabelgebundenen Modus normalerweise ja keine Funktion, weil die Befehle über das Kabel nicht übertragen werden. Beim Retro hat V7 hier im Aux-Modus einfach die Mute-Funktion auf die Taste gelegt. Das stoppt die Musik auf dem abspielenden Gerät zwar nicht, schaltet den Lautsprecher aber einfach stumm. Nette Idee!

 

Den Cube bedient man über drei Taster auf der Vorderseite die mit Minus, Plus und Bluetooth® beschriftet sind. Die ersten beiden sind sicher selbsterklärend – der Bluetooth® Knopf ist allerdings mehrfach belegt. Zum einen könnt Ihr hiermit den Pairing-Modus erneut starten, Anrufe annehmen und beenden, sowie die Musik auf Eurem Smartphone etc. starten und pausieren. Eine Möglichkeit zum nächsten oder vorherigen Titel zu wechseln gibt es leider nicht beim Cube.

Anschlüsse/Bluetooth®

Beide Geräte können sowohl via Bluetooth® als auch per 3,5mm-Klinkenkabel angeschlossen werden, was für ein breites Einsatzspektrum sorgt.

Nach dem Einschalten begrüßt Euch der Retro-Speaker mit einem freundlichen, von einer Frauenstimme gesprochenen “Power On”, gefolgt von einem “Ready-Beep” – der Cube spielt einen Dreiklang, gefolgt vom “Ready-Beep” ab.

Der Cube befindet sich nach dem Einschalten automatisch im Bluetooth®-Pairing Modus – den Retro muss man mit 1-sekündiger Betätigung des Bluetooth® Tasters in diesen Modus versetzen, was mit der Sprachmeldung “Pairing” signalisiert wird.

Dann einfach in die Bluetooth® Settings Eures Abspielgeräts gehen und nach SP5000 oder SP6000 suchen und verbinden. Beide Geräte bestätigen die erfolgreiche Kopplung – der Retro mit der Sprachmeldung “Pairing complete” und der Cube mit einem einfachen “Piep”

Durch den im SP6000 verbauten NFC-Tag ist das Verbinden für Geräte mit NFC noch einfacher – einfach das NFC-fähige Gerät oben auf den Speaker legen und die daraufhin erscheinende Frage “Mit SP6000 verbinden” mit Ja bestätigen. Schon wird der Speaker via Bluetooth® verbunden – ohne Passwort oder sonstiges. In wie weit NFC die meist einmalige Sache der Kopplung nun einfacher macht, bleibt Geschmackssache – auf meinen Devices ist NFC z.B. immer ausgeschaltet. Und ob ich jetzt das NFC anschalte oder ins Bluetooth® Menü gehe und den Speaker einmalig paire, macht für mich also keinen Unterschied. Aber trotzdem schön, dass dieses Feature vorhanden ist.

Die Bluetooth® Reichweite beider Speaker beträgt so um die 8-10 Meter, je nach Umgebung und baulichen Gegebenheiten. Aufgeladen werden beide Lautsprecher über eine 5V USB-Buchse – beim Retro via Mini-USB und beim Cube via Micro-USB. Leistungsaufnahme schätze ich jetzt mal auf 500mA.

Klang & Lautstärke

Durch seine Stereo-Auslegung mit zusätzlicher Passivmembran und das größere Volumen ist der Retro Speaker was den Klang angeht natürlich im Vorteil und bietet ein überraschend ausgewogenes Klangbild. Leider findet man keine wirklich verlässlichen Angaben zur Ausgangsleistung des Lautsprechers. Bei Amazon wird er mit 2,5 Watt beworben – baugleiche Geräte allerdings mit 5 Watt. Also hat er vermutlich 2,5 Watt pro Kanal – nix genaues weiß man nicht…

Der 2 Watt Brüllwürfel (hier stehts komischerweise drauf) kann beim Sound natürlich auf Grund seiner Größe nicht mit seinem großen Bruder mithalten. Zwar soll er eine Bass-Vibrations-Funktion haben – klanglich macht sich das aber kaum bemerkbar. Je nach Oberfläche überträgt sich die Schwingung der Membran natürlich durch den Klebefuß auf selbige, was das Klangbild in den tieferen Frequenzen ein wenig runder macht. Ansonsten ist er recht höhenbetont und wirkt etwas überspitzt.

Was die Lautstärke angeht sind beide Speaker nicht gerade Leistungswunder – da habe ich schon etliche lautere gehört. Indoor reicht es sicherlich als Beschallung eines 20qm Raums – Outdoor wird sich aber einiges der Leistung verlieren. Aber natürlich immer noch besser als alles, was in Smartphones und Tablets heut so eingebaut ist – keine Frage.
Ab ca. 70% Lautstärke fängt der Cube an zu übersteuern – hier kommt das Gerät an seine Grenzen. Der Retro-Speaker hält da etwas mehr aus – je nach Musikstil kann man selbst bei 100% kein Über- oder Untersteuern wahrnehmen.

Freisprechanlage

Auch was das Thema Freisprechanlage angeht muss sich der Cube dem Retro geschlagen geben. Während das Telefonieren mit dem SP6000-BT auf Grund des guten Sounds durchaus Spaß macht kommt beim Cube nicht wirklich Freude auf. Die Stimmen wirken recht dünn und die Verständigung auf der Gegenseite ist wohl recht leise. Wo genau V7 beim Cube das Mikrofon verbaut hat ist anhand der Bedienungsanleitung auch nicht herauszufinden. Beim genaueren Hinsehen und Abheben der Gummi-Ummantelung findet es sich dann doch noch. Es sitzt auf der von vorne gesehen rechten Seite und wird teilweise von der Ummantelung abgedeckt. Würde die geringe Lautstärke auf der Gegenseite erklären. Beim Retro sitzt es oben ganz links in der Touch-Leiste und bietet somit eine bessere Verständigung beim Gesprächspartner.

Akku & Laufzeit

Beide Speaker verfügen über einen eingebauten Akku, den man via USB wieder aufladen kann. Der Cube verfügt über einen 400mA LiPo Akku, der ihm eine Laufzeit von bis zu 4 Stunden ermöglichen soll. Natürlich abhängig von Lautstärke und Betriebsmodus.

Beim Retro Speaker SP6000-BT sucht man leider wieder vergeblich nach diesen Angaben. Zur Größe und Akkutechnik ist wahrhaftig nichts zu finden – weder auf der Verpackung noch in der Bedienungsanleitung. Das ist besonders ärgerlich, da der Retro auch als Ladegerät für Smartphones & Co. fungieren kann. Dafür wurde extra eine große USB-Buchse verbaut. Doch ohne zu wissen wie groß der Akku ist und welche Ausgangsleistung der USB-Port hat, bin ich da vorsichtig. Laufzeit soll bis zu 16 Stunden betragen, was natürlich schon ordentlich ist und einen entsprechend großen Akku vermuten lässt.

Rechnen wir mal nach: Wenn der Cube mit seinen 2 Watt pro Stunde 100mAh zieht, würde der Retro mit den angegebenen 2,5 Watt 125mAh verbrauchen. Das wären bei 16 Stunden 2000mA. Sollte er wirklich 2×2,5 Watt Ausgangsleistung haben, kämen wir nach der Rechnung auf einen Akku mit 4000mA.

Bei näherer Recherche kommt auch endlich Licht ins Dunkel: Schaut man sich die zugegebenermaßen spärliche Produktbeschreibung bei Amazon an, steht dort was von 2X2.5W und nicht wie in der Artikelbeschreibung angegeben nur 2,5 Watt. Hätten wir das schon mal geklärt – sollte AmaBay dringend ändern!

//UPDATE: Schön zu sehen, dass man als Blogger auch noch was bewegen kann – AmaBay hat die Angaben zur Ausgangsleistung des SP6000 nun auf 5 Watt korrigiert. Dankeschön 😉

 

Die Aussage zur Akkugröße findet man dann beim anscheinend baugleichen Modell des Mitbewerbs – hier wird von einem 3600mAh großen Akku gesprochen, was unserer Rechnung von eben ja fast entspricht. Leider widerspricht sich der Mitbewerb von AmaBay hier was die Akkutechnik angeht – einmal heißt es LiPo und dann wieder LiIon… Ja was denn nun? Und wie groß ist die maximale Ausgangsleistung? 500mA, 1A, 2,1A? Man weiß es leider nicht.

//UPDATE: Laut Messgerät hat der USB-Port eine Ausgangsleistung von 1000mA und eignet sich damit für nahezu alle gängigen Smartphones sowie einige Tablets. Ob wirklich ein 3600er Akku verbaut ist, reiche ich nach…

 

Fazit & Wertung

Lassen wir die Ungereimtheiten und Nachlässigkeiten was Leistung und Akkugröße/-technik angeht mal beiseite, bekommt man mit dem V7 Retro Bluetooth® Stereo-Speaker SP6000-BT ein echt schickes und gut klingendes Gerät mit ordentlicher Laufzeit und (für die, die es brauchen) NFC Funktion. Die Freisprechanlage funktioniert hervorragend und das PowerBank-Feature ist für Notfälle echt praktisch. Auf dem Balkon, in der Küche oder im Bad macht der kleine definitiv eine gute Figur. Lediglich die Maximallautstärke könnte ein bisschen höher sein…

Der V7 Cube Bluetooth® Speaker SP5000-BT kommt verständlicherweise in diesem Vergleich nicht ganz so gut weg. Klanglich ist er mir trotz der Dual-Membran ein wenig zu höhenlastig und die Bass-Vibrations-Funktion überträgt die tiefen Frequenzen nur bei sehr resonanten Oberflächen. Das ist aber bei vielen Mini-Lautsprechern (bis auf wenige rühmliche Ausnahmen) der Fall. Trotzdem ist das Prinzip der doppelt gelagerten Membran recht interessant! Die Laufzeit ist für ein Gerät, was auf Grund seiner Konzeption (Gummihülle) für den Outdoor-Einsatz vorgesehen ist, gerade noch OK. Über die nicht allzu gute Qualität der Freisprechanlage kann ich noch hinweg sehen (nutze ich sowieso kaum), aber die fehlenden Abspiel-Features (Skip forward/back) und das Übersteuern bei höherer Lautstärke sind schon etwas ärgerlich. Im Vergleich zu Mini-Lautsprechern anderer Hersteller, die sich in ähnlicher Preis- und Leistungsklasse bewegen, kann er aber auf Grund der Robustheit und den kompakten Maßen punkten. Hier muss man sich wenigstens endlich mal keine Sorgen machen, wenn man den Speaker einfach mal so in den Rucksack packt!

Preis & Verfügbarkeit

Beide Speaker in beiden Farbgebungen könnt Ihr bei Amazon bestellen. Der Kostenpunkt schwankt stetig und ist von Farbe und Händler abhängig, aber für um die 45 Euro ist der Retro zu haben – für den Cube müsst Ihr knapp 25 Euro auf den Tisch legen.

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1 Kommentar

  1. Zwar gefällt auch mir persönlich der Cube Retro auch besser, ich frage mich jedoch, wie sinnvoll NFC bei Bluetooth Lautsprechern jetzt ist. Manche reden von einer praktischen Verbesserung fürs noch schnelle Verbinden. Gleichzeitig müssen aber auch die Hersteller verstehen, dass die meisten Leute NFC auf ihren Smartphones meist nicht aktiviert haben, um den Akku zu schonen. Ist es jetzt also wirklich schneller, die Einstellungen zu öffnen und NFC zu aktivieren, wenn man nicht gleich Bluetooth aktivieren kann? Außerdem verbindet sich Bluetooth bei bereits gekoppelten Geräten sowieso sofort.
    Liebe Grüße

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